Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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19. Juni 2008

„Investition in die Zukunft“ ein Projekt der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN)

Das Umfeld der Sportorganisationen befindet sich in einem ständigen Wandel (z.B.: demographische Entwicklung, veränderte Anbieter- und Nachfragersituation, Wertewandel im Erwachsenen- und Jugendbereich, neue Formen der Freizeitgestaltung etc.). Aus diesen Veränderungen resultieren zahlreichen Herausforderungen, um mittel- und langfristig die Zukunftsfähigkeit der Sportorganisationen erhalten zu können.

 

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN – Federation National) ist mit 752.800 Mitgliedern einer der großen Spitzenverbände in Deutschland. Neben zahlreichen leistungssportlichen Erfolgen konnte die FN ihre Mitgliederzahlen in den letzten 20 Jahren vor allem aufgrund eines enormen Zuwachses im Mitgliedersegment der Mädchen deutlich steigern. Seit zwei Jahren sind die Mitgliederzahlen allerdings leicht rückläufig. Um diesem Trend möglichst frühzeitig zu begegnen und um sich mit den aktuellen Herausforderungen auseinanderzusetzen, hat die FN das Projekt „Investition in die Zukunft“ ins Leben gerufen.

 

Ziel des Projektes ist es:

die Untergliederungen der FN (Verbände und Vereine) für die derzeitigen und zukünftigen Herausforderungen zu sensibilisieren

 

- ein Konzept zur mittel- und langfristigen Mitgliedergewinnung und –bindung in ausgewählten Zielgruppen zu entwickeln

- konkrete Handlungsempfehlungen für alle Beteiligten zu erarbeiten

- ein Handlungskonzept für die Umsetzung mit der Basis zu konzipieren.

 

Das gesamte Projekt ist auf einen Zeitraum von vier Jahren bis 2012 angelegt und wurde in mehreren, aufeinander aufbauenden Stufen gegliedert.

 

In der ersten Phase, die Mitte letzten Jahres begonnen hat, standen vor allem die Sensibilisierung der Beteiligten und die Ideengenerierung im Vordergrund. Inhaltliche Grundlage für diese Phase waren Ergebnisse wissenschaftlicher Recherchen der DSHS Köln sowie Analysen der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes, die sich intensiv mit der aktuellen Situation des Pferdesports, der FN sowie der Landesverbände auseinandergesetzt und die gesellschaftlichen Entwicklungen mit Relevanz für den Pferdesport analysiert haben.

 

Diese Ergebnisse wurden in einem internen Workshop der FN mit ausgewählten Mitarbeiter/innen der Geschäftsstelle diskutiert und erörtert. Im Anschluss daran sind sieben Regionalworkshops in den Landesverbänden durchgeführt worden. Teilnehmer waren ausgewählte Experten/innen der Landesverbände, Vertreter/innen von Vereinen und Reitbetrieben sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen der Landesverbände. Ziel der Workshops war es, die Vertreter aus den Sportorganisationen frühzeitig in den Prozess einzubinden, sie für die Herausforderungen zu sensibilisieren und Betroffenheit und Interesse für das Thema der Mitgliederentwicklung zu erzeugen.

 

Neben einer intensiven Auseinandersetzung mit der aktuellen und zukünftigen Situation dienten die Workshops auch dazu, das Know-how aller Beteiligten zu nutzen, um Ideen für das Projekt zu generieren, die bereits erfolgreich in der Praxis erprobt sind.

 

 

Das Konzept der frühzeitigen Einbindung der Verbände und Vereine hat sich als sehr positiv erwiesen, da sie bereits in dieser frühen Projektphase für das Thema und die Fragestellungen sensibilisiert werden konnten und einen entscheidenden Anteil an der weiteren Gestaltung des Projektes leisten konnten. Zudem wurden im Rahmen der Regionalworkshops Erfolgsfaktoren und Stolpersteine für das Projekt aus Sicht der Beteiligten gesammelt, die im weiteren Projektverlauf Berücksichtigung finden.

 

Nach dieser Sensibilisierungsphase sind die in den verschiedenen Workshops gewonnenen Zwischenergebnisse in den relevanten Gremien präsentiert und rückgekoppelt worden.

Zur Zeit erstellt die Deutsche Reiterliche Vereinigung gemeinsam mit der Führungs-Akademie des DOSB einen konkreten Projektplan für den weiteren Arbeitsprozess. Dabei wurden zunächst eindeutige Zielformulierungen sowie strategische Ansatzpunkte für das Projekt „Investition in die Zukunft“ festgelegt, die von den Delegierten bei den FN-Tagungen verabschiedet worden sind.

 

 

In einem weiteren Schritt werden nun die konkreten Maßnahmen und Aktivitäten, die im Rahmen dieses Projektes durchgeführt werden, erarbeitet und ausgewählt. Ziel ist es, das Projektkonzept bis September fertig zustellen und anschließend in die Umsetzungsphase einzusteigen.