Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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14. Dezember 2007

Dr. Herbert Dierker wechselt von der Führungs-Akademie zum Innensenat von Berlin

Herbert Dierker wird am 1. Januar 2008 eine neue leitende Tätigkeit als zuständiger Abteilungsleiter Sport beim Senator für Inneres, Dr. Ehrhart Körting, antreten. Dabei handelt es sich mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um eine der größten Sportverwaltungen in ganz Deutschland. Herbert Dierker stand 13 Jahre an der Spitze der Führungs-Akademie und hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass diese heute als wichtigste Beratungsorganisation des organisierten Sports in Deutschland gilt. Als er im Januar 1995 seine Tätigkeit bei der Führungs-Akademie aufnahm, stand er zunächst vor der Herausforderung, ein schlagkräftiges Team zu formen. Zugleich hat er wesentlichen Anteil daran, dass die Führungs-Akademie die strategische Neuausrichtung vom reinen Seminarbetrieb hin zu einer umfassenden Serviceeinrichtung mit hoher Beratungskompetenz konsequent umgesetzt hat. Und das mit großem Erfolg, wie eine Vielzahl von Projekten zeigt. Kennzeichen des erfolgreichen Weges ist dabei nicht zuletzt, dass das Angebot der Führungs-Akademie von einem breiten Bereich der Sportverbände genutzt wird: von Spitzen- und Landesfachverbänden ebenso wie von Landessportbünden. In seine Amtszeit fiel auch die Verlagerung der Führungs-Akademie von Berlin nach Köln, die nicht nur mit einer neuen Ausrichtung des Angebots, sondern auch mit wesentlich effizienteren Strukturen verbunden war.

Mit der bisherigen stellvertretenden Direktorin, Gabriele Freytag, die vom Vorstand im Besetzungsverfahren einstimmig als Nachfolgerin für Dr. Dierker bestimmt wurde, ist gewährleistet, dass der innovative Weg der Führungs-Akademie auch unter der neuen Leitung erfolgreich weiter geführt werden kann.

 

Dr. Herbert Dierker im Interview - ein persönlicher Rückblick

 

Sie werden zum 31. Dezember diesen Jahres die Führungs-Akademie verlassen. Welche neuen beruflichen Perspektiven sind für diesen Wechsel ausschlaggebend?

 

Dr. Herbert Dierker: Ich werde am 1. Januar eine Spitzenfunktion im Land Berlin übernehmen. Dabei handelt es sich um eine hochinteressante Position in einer der größten Sportverwaltungen der Bundesrepublik. Als zuständiger Abteilungsleiter für Sport beim Senator für Inneres, Dr. Ehrhart Körting, werde ich für mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verantwortlich sein. Die Entscheidung für Berlin ist mir angesichts der hervorragenden Rahmenbedingungen in Köln und der erfolgreichen Arbeit, die wir hier auch dank der guten Voraussetzungen leisten konnten, nicht leicht gefallen. Auf der anderen Seite bietet sich mir damit eine neue Chance. Es ist eine neue Herausforderung für mich, auf die ich mich sehr freue – auch wenn ich dafür zugleich die immer noch sehr spannende Aufgabe bei der Führungs-Akademie aufgeben muss.

 

Das Jahr 2007 neigt sich seinem Ende zu. Wie ist ihr persönlicher Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr?

 

Dr. Herbert Dierker: Bei dieser Frage möchte ich gerne ein wenig weiter ausholen. Mitte 2003 ist die Führungs-Akademie von Berlin nach Köln umgezogen. Mit diesem Umzug waren eine Reihe von Anpassungsschwierigkeiten verbunden, die den Start in Köln nicht leicht gemacht haben. Auch dank der sehr guten Unterstützung der Institutionen der Stadt Köln und des Landes NRW ist es gelungen, Köln als in der Sportlandschaft anerkannten Standort der Führungs-Akademie zu etablieren. Gerade mit Blick darauf, dass die Führungs-Akademie bundesweit operiert, hat sich die Entscheidung der Führungs-Akademie an den Rhein zu wechseln, als absolut richtig erwiesen. Die ideale Erreichbarkeit Kölns verbunden mit einer breit gefächerten (Sport-)Infrastruktur der Stadt und die optimalen Rahmenbedingungen im Stadthaus Köln-Deutz als Domizil der Führungs-Akademie waren wichtige Voraussetzungen dafür, dass die Führungs-Akademie ihre erfolgreiche Arbeit in Köln fortsetzen und weiter ausbauen konnte. Nicht zuletzt durch die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Sportamt Köln und dem Stadtsportbund ist die Führungs-Akademie auch hervorragend in das lokale Sport-Netzwerk Kölns eingebunden, so dass ich wirklich sagen kann, dass die Führungs-Akademie nicht einfach nur in Köln angekommen ist: Es ist in den vier Jahren viel mehr entstanden. Die Führungs-Akademie fühlt sich hier wohl und es freut mich, dass wir mit unserer Arbeit, der Sportstadt Köln eine weitere Facette hinzufügen konnten.

Froh bin ich vor allem auch darüber, dass ich trotz der zahlreichen Aufgaben, die mit der Funktion des Akademiedirektors zusammenhängen, es immer noch möglich machen konnte, selbst Beratungsprojekte zu übernehmen und zu begleiten. Bezogen auf konkrete Arbeitsergebnisse in diesem Bereich zählt für mich persönlich vor allem die erfolgreiche Umsetzung des Organisationsentwicklungsprozesses im LandesSportbund Nordrhein-Westfalen zu den herausragenden Ereignissen in diesem Jahr. Am 1. Juli haben mehr als 90 Prozent der Delegierten der Mitgliederversammlung des LandesSportbundes NRW den Umstrukturierungen zugestimmt, die die Führungs-Akademie gemeinsam mit dem Präsidium und den Projektverantwortlichen erarbeitet hatten. Dies ist vor allem auch deshalb für mich ein großer Erfolg unserer Tätigkeit, weil die von der Mitgliederversammlung des LSB auf der Basis unserer Vorschläge gefassten Beschlüsse wirklich gravierende Veränderungen im LSB nach sich ziehen.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang für mich auch, dass sich in den letzen Jahren sowohl die Zahl der Anfragen erhöht hat als auch der Umfang und die Tiefe der von unseren Mitgliedsverbänden gewünschten Beratungsprozesse. Und last but not least sehe ich es als großen Erfolg an, dass die Führungs-Akademie nicht nur für einen kleinen, spezifischen Bereich von Verbänden tätig geworden ist, sondern für Verbände unterschiedlicher Ebenen. Projekte haben wir für Landessportbünde ebenso durchgeführt wie für Spitzenverbände und Landesfachverbände.

 

Lassen Sie uns weiter zurückblicken. Welche großen Veränderungen fallen in Ihre Amtszeit als Direktor der Führungs-Akademie?

 

Dr. Herbert Dierker: Als ich am 1. Januar 1995 meine Arbeit bei der Führungs-Akademie aufgenommen habe, befand sich diese in einem schwierigen Zustand. Es galt zunächst, ein in sich zerstrittenes Team behutsam zu erneuern. Zugleich habe ich von Anfang an die strategische Neuausrichtung vom reinen Seminarbetrieb hin zu einem Service- und Beratungsbetrieb verfolgt.

Eine weitere große Herausforderung war die Verlagerung des Standortes der Führungs-Akademie von Berlin nach Köln. Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt in Berlin war die Durchführung eines umfangreichen Seminarprogramms. Eine große Rolle spielten dabei Seminare zum Erwerb der Vereinsmanager Lizenzen A und B. Ein weiteres Kennzeichen der Arbeit in Berlin war zudem, dass die Führungs-Akademie über einen eigenen Übernachtungs- und Verpflegungsbetrieb verfügte. Um Kosten zu sparen und flexibler agieren zu können, haben wir in Köln von vornherein auf ein eigenes Seminargebäude verzichtet. Mit dem Umzug nach Köln musste zudem ein funktionierendes Team aufgegeben werden und ein neues aufgebaut werden. Das ist uns sehr gut gelungen.

Im Hinblick auf große Veranstaltungen fallen einige hochkomplexe Kongresse für den Deutschen Olympischen Sportbund in meine Amtszeit, die für mich einen sehr hohen Stellenwert haben: „Sport gestaltet Zukunft“, 2002 in Bonn, und „Sport gestaltet Zukunft mit den Menschen vor Ort“, 2004 in Bremen. Nennen möchte ich in diesem Zusammenhang auch einige große Veranstaltungen für den Deutschen Fußball-Bund, so z.B. ein Kongress zum Thema „Entwicklung des Amateurfußballs“, den wir gemeinsam mit dem DFB 2003 in Barsinghausen geplant und durchgeführt haben. Auf internationaler Ebene haben wir zudem hochkarätige Veranstaltungen für den Europarat organisiert.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Führungs-Akademie?

 

Dr. Herbert Dierker: Ich wünsche mir, dass die Führungs-Akademie sich im deutschen Sportsystem weiter als anerkannte Beratungsinstitution für Managemententwicklung etabliert und ihren Ruf als professioneller und praxisnaher Anbieter spannender Seminare festigt. Zugleich wünsche ich meiner Nachfolgerin Gabriele Freytag ein glückliches Händchen bei ihrer neuen Tätigkeit. Ich freue mich sehr darüber, dass meine Nachfolge sehr frühzeitig und weitsichtig vom Vorstand geregelt wurde, so dass es nun einen sauberen und Erfolg versprechenden Wechsel an der Spitze der Führungs-Akademie geben wird.