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Neue Führungsstruktur in der Geschäftsstelle - die Führungs-Akademie begleitet den Deutschen Alpenverein
Thomas Urban ist seit 2003 Hauptgeschäftsführer des Deutschen Alpenvereins (DAV). Der 43-jährige Verwaltungswissenschaftler hat in der Bundesgeschäftsstelle einen Organisationsentwicklungsprozess in Gang gesetzt, den die Führungs-Akademie beratend begleitet. Die Bundesgeschäftsstelle des DAV hat 82 Mitarbeiter die sich bisher auf elf Abteilungen verteilen. Einschnitte beim Personal standen zu keinem Zeitpunkt zur Debatte.
Herr Urban, was war der Anlass für eine Reorganisation der Bundesgeschäftsstelle des DAV?
Thomas Urban: "Die Reorganisation der Bundesgeschäftsstelle ist die notwendige Fortführung der vorausgegangenen Reform ehrenamtlicher Führungsorgane im DAV von 1999 bis 2002. Wir haben daran angeknüpft, da die Bundesgeschäftsstelle verstärkt Vorarbeit für die strategische Ausrichtung des DAV liefern muss und wir brauchten dafür eine entsprechende Struktur."
Sie haben sich bei der Beratung für die Führungs-Akademie entschieden, warum?
Thomas Urban: "Die Führungs-Akademie hat das verbandsspezifische Wissen, welches man meiner Meinung nach braucht, um solche Veränderungsprozesse beratend zu begleiten. Das ist bei vielen Beratern aus der Wirtschaft einfach nicht vorhanden. Für uns wäre es nicht hilfreich gewesen von einem Berater eine Lösung aus der Wirtschaft 'übergestülpt' zu bekommen, weil diesem die Besonderheiten einer Non-Profit-Organisation nicht bekannt sind."
Was sind die Veränderungen, die Sie gemeinsam mit der Führungs-Akademie umsetzen werden?
Thomas Urban: "Aus den bisher elf Abteilungen werden ab dem 1. Januar 2007 fünf Geschäftsbereiche. Diesen Bereichen stehen so genannte Geschäftsbereichsleiter vor, die gemeinsam mit mir die Geschäftsführung des DAV bilden. Diese neue Form der Geschäftsführung dient vor allem einer breiteren Meinungsbildung bei Entscheidungsprozessen."
Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile der neuen Struktur?
Thomas Urban: "Bei künftigen Entscheidungsprozessen haben wir in der Geschäftsführung einen besseren Überblick, weil wir abteilungsübergreifend planen können und werden. Diesen Vorteil wollen wir künftig vor allem hinsichtlich der strategischen Entwicklung nutzen. Als Hauptgeschäftsführer bekomme ich durch die neue Struktur Möglichkeiten für strategische Aufgaben nach außen, während sich die Geschäftsbereichsleiterebene mit den Entwicklungen innerhalb der Bundesgeschäftsstelle beschäftigen wird."
Wie wurde dieser Veränderungsprozess durch die Mitarbeiter getragen?
Thomas Urban: "Insgesamt sehr gut, was auch an der intensiven Kommunikation durch die Führungs-Akademie und mir lag. Zu Beginn war natürlich auch eine Unsicherheit da, die bei solchen Prozessen fast schon dazu gehört. Auch Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat ist die Stimmung mittlerweile positiv. Da die Kommunikation ein wesentlicher Bestandteil des Veränderungsprozesses war und auch noch ist, waren die Berater der Führungs-Akademie wie Gabi Freytag für die Mitarbeiter keine so genannten 'grauen Eminenzen' im Hintergrund sondern präsent und auch ansprechbar."
Wir wurde die Strukturveränderung kommunikativ begeleitet?
Thomas Urban: "Die Kommunikation an alle Mitarbeiter war ein ganz wesentlicher Bestandteil des ganzen Prozesses. Bereits nach dem 1. Papier, welches ich mit der Führungs-Akademie erstellt habe, wurden die Abteilungsleiter in einem Workshop mit in den Ideen der Reform vertraut gemacht. Darüber hinaus haben wir für alle Mitarbeiter eine Online-Zeitschrift aufgelegt, die alle Ergebnisse an die Mitarbeiter kommuniziert hat. Es herrschte also von Beginn an ein sehr offenes Klima."
Was folgt auf die Strukturreform der Bundesgeschäftsstelle des DAV?
Thomas Urban: "Zunächst müssen wir die neue Struktur ab dem 1. Januar 2007 erst einmal umsetzen, doch es wird noch weitere Bausteine geben, an die wir uns dann anschließend heran machen. So wollen wir in der Bundesgeschäftsstelle für jede Position so genannte Stellenbeschreibungen einführen und die Führungsaufgaben künftig mit Zielvereinbarungen verknüpfen. Für solche Vorhaben musste aber erst einmal der Boden bereitet werden und dieser Boden ist die Strukturreform."



