Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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07. Mai 2007

Beachvolleyballer stellen die Weichen für die Zukunft

Die Experten und Teilnehmer des "Beach-Symposiums" waren sich einig: Es muss etwas passieren, damit Beachvolleyball in Deutschland weiter nach vorne kommt. Gemeinsam mit der Führungs-Akademie hatte der Deutsche Volleyball-Verband zu einem Strategiegipfel nach Berlin eingeladen, um die Weichen für die Zukunft zu stellen.

 

Bereits vor zehn Jahren führte der DVV gemeinsam mit der Führungs-Akademie unter dem Titel "Beachvolleyball - Megatrend oder sie tanzten nur einen Sommer?" einen Szenario-Workshop durch. Große Aufbruchstimmung herrschte damals bei den Vertretern des Verbandes, der Spieler, der Agenturen und Veranstalter. Viele der in gemeinsamen Zukunftsbildern erarbeiteten konkreten Maßnahmen wurden inzwischen umgesetzt, wie z. B. die stärkere Einbindung der Spieler in die Verbandsentscheidungen oder den Ausbau der Standards bei den Veranstaltungen. Die Sportart erlebte einen Boom und profitierte vom trendigen Image.

 

Im Jahr 2007 ist Nüchternheit eingekehrt. Nachdem der Fernsehsender RTL nach nur einjähriger Zusammenarbeit aus dem Vertrag wieder ausstieg und die Sponsoren für eine geschwächte nationale Serie nicht mehr Schlange stehen, galt es für die Verantwortlichen im DVV - allen voran Beachwart Oliver Dieterle - gemeinsam mit der Führungs-Akademie erneut Zukunftsstrategien zu entwickeln.

 

Sechs Vertreter der verschiedenen Interessengruppen wurden gebeten, aus ihren verschiedenen Blickwinkeln nach der Methode der "Retropolation" - der zurückblickenden Vorausschau - Szenarien für 2012 zu erarbeiten und vorzustellen.

 

Hinnerk Femerling, ehemals Beachwart im DVV, mittlerweile bei der Vermarktungsagentur der europäischen Beachserie (GSM) in Diensten, setzte in seinem Szenario beispielsweise auf das digitale Fernsehen mit seinen Möglichkeiten für eine Sportart wie Beachvolleyball. Roger Schnegg, Direktor von Swiss Volley, baute vor allem auf Kooperationen und professionelle Veranstalter, aber auch auf eine strategische Verbandssteuerung. Für Stephan Eckert, Geschäftsführer mehrerer großer Beachanlagen, lagen wichtige Erfolgskriterien darin, Beachvolleyball als Schulsportart zu etablieren, Bewegung in die Verbandsstrukturen zu bringen und flexible Formen der Mitgliedschaft für Beachinteressierte zu schaffen.

 

Die verschiedenen Szenarien wurden nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden ausgewertet. In manchmal auch kontrovers geführten Diskussionen wurde dann an den strategischen Zielstellungen gefeilt und das weitere Vorgehen vereinbart. Für den DVV und die Teilnehmer war es am Ende mehr als erwartet: Aufbruchstimmung - nicht um einen neuen Megatrend zu setzen, sondern um sich im Premiumsegment der Sportarten zu etablieren. Noch in diesem Jahr soll mit der Umsetzung konkreter Schritte begonnen werden.