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Führungs-Akademie als Forum für Themen im Anti-Doping-Kampf
Anfang Juli diesen Jahres hat Dr. Christoph Niessen sein neues Amt als Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) angenommen. In einem ersten Interview mit der Führungs-Akademie betont er, dass er sich eine Zusammenarbeit mit der Management- und Beratungseinrichtung vorstellen kann. „An der Führungs-Akademie könnte ich mir z.B. Veranstaltungen vorstellen, die sich mit den Hintergründen und Rahmenbedingungen des Themas Doping beschäftigen“, so Niessen.
Sie haben am 1. Juli Ihre neue Tätigkeit angenommen. Wie ist es Ihnen im ersten Monat ergangen?
Dr. Christoph Niessen: Mein Start bei der NADA fiel natürlich in eine sehr aufregende Zeit. Die Ereignisse, speziell die Vorfälle bei der Tour de France, haben sicher nicht nur mich stellenweise sprachlos gemacht. Sie haben aber auch gezeigt, dass der richtige Weg im Anti-Doping-Kampf eingeschlagen ist, auch wenn ich im Umgang mit positiven Kontrollen nur ungern das Wort „Erfolg“ verwende. Auf jeden Fall haben alle Beteiligten im deutschen Sport erkannt, dass die NADA die hohen Anforderungen, die an sie gestellt werden, nur erfüllen kann, wenn sie gestärkt wird. Und hierzu hat es ja bereits sehr positive Signale und Zusagen sowohl aus der Politik, als auch aus dem Sport und aus der Wirtschaft gegeben. Ich gehe fest davon aus, dass wir bis zum Ende des Jahres die finanzielle und personelle Basis für unsere künftige Arbeit deutlich verbreitert haben werden.
Inwiefern hatten Sie schon vor Ihren neuen Aufgaben mit der Thematik Doping zu tun?
Dr. Christoph Niessen: Ich bin im Sportverein groß geworden, habe Sport studiert und auch bisher im Sport gearbeitet, allerdings nicht im Bereich Leistungssport. Insoweit war ich mit dem Problem Doping bislang nicht direkt konfrontiert. Ich bin aber zutiefst davon überzeugt, dass nur ein Sport, der das Problem Doping glaubwürdig bekämpft, eine Zukunft hat. Das ist auch der Grund, weshalb ich mich entschieden habe, für die NADA zu arbeiten.
Als ehemaliger Geschäftsführer des Sportbundes Rheinland kennen Sie sich in puncto Landessportbünde sehr gut aus. Wie sind diese in Bezug auf die Doping-Problematik aufgestellt?
Dr. Christoph Niessen: Für die Landessportbünde ist vor allem Prävention ein wichtiges Thema. Auf Landesebene werden die Nachwuchsleistungssportler betreut. Das ist es von großer Bedeutung, über alle Gefahren und über alle negativen Begleiterscheinungen des Dopings aufzuklären und jungen Athleten/innen deutlich zu sagen, dass Doping Betrug ist. Und man muss ihnen Möglichkeiten anbieten, sich neben dem Sport ein zweites Bein für eine Existenz zu schaffen. Selbstbewusste junge Athletinnen und Athleten, die nicht ausschließlich auf den Sport fixiert sind, widerstehen leichter den Verlockungen und können sich gegen unmoralische Angebote besser wehren.
Die Bundesregierung hat vor kurzem ein Anti-Doping-Gesetz verabschiedet. Was halten Sie davon?
Dr. Christoph Niessen: Es ist ein politischer Kompromiss. Aber es ist auch ein großer Schritt nach vorne. Der NADA ist vor allem wichtig, dass man über Ermittlungen beim Sportler an die Hinterleute heran kommt, die mit den Dopingmitteln handeln. Wie weit das neue Gesetz an dieser Stelle erfolgreich sein wird, muss sich zeigen.
Die Nada hat zurzeit neun Mitarbeiter. Wie müsste die Nada Ihrer Meinung nach aufgestellt sein, um noch wirksamer agieren zu können?
Dr. Christoph Niessen: In Kürze kommt zwar der zehnte Mitarbeiter dazu, aber um wirklich so effektiv arbeiten zu können, wie man das von uns verlangt, müssten noch mindestens vier bis fünf Mitarbeiter/innen dazu kommen. Falls wir irgendwann, was unser Stiftungsauftrag ist, auch die Wettkampfkontrollen übernehmen, wird selbst das nicht ausreichen.
Sie haben in der Vergangenheit schon häufiger Seminare gemeinsam mit der Führungs-Akademie durchgeführt. Welche Erfahrungen haben Sie in der Zusammenarbeit mit der Führungs-Akademie gemacht?
Dr. Christoph Niessen: Die Führungs-Akademie hat sich in den vergangenen Jahren neu positioniert und ihr Profil als Management- und Beratungseinrichtung dahin gehend geschärft, dass sie sich tatsächlich auf die Führungskräfte des organisierten Sports konzentriert. Das halte ich für den richtigen Weg, denn gerade die Sportverbände brauchen professionelles Führungspersonal im Haupt- und Ehrenamt, um ihre Organisation erfolgreich zu entwickeln. Dazu passt ebenfalls das Angebot individueller Organisations- und Prozessberatung durch die Führungs-Akademie.
Werden Sie auch in Zukunft mit der FA zusammenarbeiten? Wenn ja, welche Themen könnten interessant werden?
Dr. Christoph Niessen: Natürlich kann die Führungs-Akademie auch ein Forum für Themen rund um den Anti-Doping-Kampf sein. Das sollte dann aber über die operativen Themen hinaus gehen, die sicher eher in den Bereich der Trainerakademie gehören. An der Führungs-Akademie könnte ich mir z.B. Veranstaltungen vorstellen, die sich mit den Hintergründen und Rahmenbedingungen des Themas Doping beschäftigen.



