Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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09. Juli 2007

LandesSportbund Nordrhein-Westfalen: Organisationsentwicklungsprozess auf erfolgreichem Weg

Als das Präsidium des LSB NRW im Herbst 2005 beschloss, den umfassenden Organisationsentwicklungsprozess im LSB auf der Basis des von der Führungs-Akademie vorgelegten Konzepts durchzuführen, waren durchaus auch Zweifel vorhanden, ob das ambitionierte Projekt in der knapp bemessenen Zeit würde realisiert werden können.

 

Auch wenn der Organisationsentwicklungsprozess im LandesSportBund Nordrhein-Westfalen noch nicht endgültig abgeschlossen ist, so hat er mit der Zustimmung der Mitgliederversammlung vom 2. Juni 2007 den entscheidenden Schritt zur Realisierung und erfolgreichen Umsetzung erreicht. Gerade die hohe Zustimmungsquote von ca. 95 Prozent der Delegierten hat gezeigt, dass das Präsidium des LSB NRW sowie die in diesen Prozess eingebundenen Personen und Gruppen gemeinsam mit der Führungs-Akademie ein erfolgreiches Konzept erarbeiten konnten, das nicht nur inhaltlich trag-, sondern zudem auch konsensfähig ist.

 

Wichtigstes inhaltliches Kernstück der jetzt beschlossenen Struktur ist ein Kernkompetenzen-Modell, in dem die zukünftigen Kernthemen, Kernaufgaben und Kernzielgruppen des LandesSportbundes neu geordnet und festgelegt sind.

 

Dass ein solch positives Ergebnis erzielt werden konnte, lag sicherlich auch daran, dass schon zu Beginn des Organisationsprozesses im Herbst 2005 ein breiter Konsens vorhanden war, dass eine inhaltliche wie organisatorische Neuorientierung des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen unabdingbar notwendig sein würde, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich meistern zu können.

 

Mindestens genauso wichtig und bedeutsam war indes, dass es trotz der – gerade auch finanziell – schwierigen Ausgangslage gelungen ist, unter allen Beteiligten eine ebenso intensive wie konstruktive Arbeitsatmosphäre herzustellen, die es erst möglich gemacht hat, auch einschneidende Veränderungen gemeinsam entwickeln zu können. Deshalb wurde von Beginn an von allen Beteiligten höchster Wert auf weitgehende Transparenz gelegt. Immer wieder wurden Gelegenheiten zur Diskussion mit den Beteiligten eingebaut, denn, so Dr. Dierker, „nur mit den handelnden Personen kann ein solcher Prozess gelingen, nie gegen sie“.

 

Gerade in einem schwierigen Veränderungsprozess, in dem es u.a auch darum ging, die ehrenamtlichen Gremien und die hauptamtliche Geschäftsstelle den veränderten Anforderungen der Zukunft anzupassen, ist gegenseitiges Vertrauen die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass unterschiedliche Positionen sachlich und zielorientiert gelöst werden können. Eine solche - vertrauensvolle - Basis mit allen Beteiligten herzustellen und auch in Phasen intensiven inhaltlichen Ringens um den optimalen Weg aufrecht zu erhalten, gehörte neben der inhaltlichen Konzeptionierung zu den wichtigsten Aufgaben der Führungs-Akademie.

 

Das Projekt kann darüber hinaus als Beleg dafür gewertet werden, dass auch höchst schwierige Veränderungsprozesse erfolgreich in Angriff genommen werden können, wenn es gelingt, adäquate Arbeits- und Entscheidungsstrukturen zu installieren. Ohne die kontinuierliche, konstruktive und intensive Zusammenarbeit der zur Begleitung und Lenkung des Prozesses ins Leben gerufenen Gremien, dem Lenkungsgremium und Projektgruppe, wäre ein erfolgreiches Arbeiten kaum möglich gewesen. Dies gilt im selben Maße für die konstruktive Unterstützung durch die Fachverbände, die Kreis- und Stadtsportbünde sowie der Mitarbeiter/innen des LandesSportBundes. Einen großen Beitrag zum Gelingen des Prozesses hat nicht zuletzt auch die ehrenamtliche und hauptamtliche Führung des Verbandes geleistet. Denn trotz der immer wieder spürbaren Konsensbereitschaft und der Bereitschaft aller Beteiligten, partielle Interessen hinter die übergreifenden Erfordernisse des Gesamtverbandes zurückzustellen, wäre ein erfolgreicher Organisationsentwicklungsprozess nicht ohne die ebenso engagierte wie vermittelnde Unterstützung durch den Präsidenten des LSB, Walter Schneeloch, wie den Hauptgeschäftsführer, Walter Probst, möglich gewesen.

 

Nach Umsetzung der jetzt gefassten Beschlüsse kann der LSB eine der schlankesten Strukturen innerhalb der deutschen Sportorganisationen vorweisen. Die Zahl der ehrenamtlichen Gremien wird deutlich reduziert, Präsidium und Präsidialausschüsse weisen nur noch sechs Mitglieder plus Vorsitz auf. Allein für das Präsidium bedeutet dies, dass die Posten innerhalb dieses Führungsorgans um mehr als die Hälfte reduziert wird. Auch die hauptamtliche Geschäftsstelle wird umgestaltet, um die bestehenden Ressourcen optimaler nutzen und stärker an den Wünschen der Mitglieder orientieren zu können.