Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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16. Dezember 2008

Gute Ergebnisse und neue Herausforderungen – ein Gespräch zur Arbeit der Führungs-Akademie 2008 / 2009 mit der Direktorin Gabriele Freytag

Genau seit einem Jahr bestreitet Gabriele Freytag das Amt der Direktorin der Führungs-Akademie. Gabriele Freytag sieht ihre Hauptaufgaben darin, notwendige Veränderungsprozesse im organisierten Sport anzustoßen und zu begleiten und die strategische Konzeption der Führungs-Akademie an den großen Herausforderungen auszurichten. 2009 wird die Führungs-Akademie als zentrale Einrichtung im DOSB zu Fragen des Sportmanagements und der Sportentwicklung für Führungskräfte auf nationaler und regionaler Ebene Themenschwerpunkte auf dem Bereich Finanzierung und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auf das Themenfeld Marketing / Mitgliederorientierung legen.

 

RED: Sie sind vor einem Jahr Direktorin der Führungs-Akademie des DOSB geworden. Welche Bilanz können Sie nach diesem Jahr ziehen?

 

FREYTAG: Wir können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Bei den über 30 offenen Seminarangeboten gab es durchgängig eine sehr gute Resonanz. Zudem hatten wir mit der Kölner Sportrede mit Dr. Fritz Pleitgen ein Highlight, das bundesweit hohe Aufmerksamkeit erregt hat. Wir haben zahlreiche Verbände bei ihren Veränderungsprozessen unterstützt. Darüber hinaus konnten wir mit Förderung durch das BMI zwei Veranstaltungen mit der Ausrichtung Leistungssport auf den Weg bringen. Die Veranstaltung zur Thematik „Doping, Corporate Governance und Risikomanagement“ war mit über 30 Vertretern der Spitzenverbände, die sich dort fit gemacht haben für deren neue Satzungsausrichtung, sehr erfolgreich.

 

RED: Sie waren als Wissenschaftliche Referentin für Beratung und Konzeption tätig. Was hat sich konkret an Ihren Aufgaben jetzt als Direktorin verändert? Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

 

FREYTAG: Was die Schwerpunkte der eigenen Arbeit anbelangt, bin ich nach wie vor intensiv bei der Beratung der Verbände und den Führungskräfteprogrammen eingebunden. Stärker in den Fokus gekommen ist die Außenvertretung für die Führungs-Akademie und die Aufgabe, inhaltliche Akzente für die Sportorganisationen zu setzen.

 

RED: Ein erklärtes Ziel war es, die strategische Ausrichtung der Führungs-Akademie konsequent voran zu bringen. Ist Ihnen das bislang gelungen und wenn ja, wodurch?

 

FREYTAG: Meine strategischen Vorstellungen zum Antritt als Direktorin waren, die Führungs-Akademie in ihren drei Geschäftsfeldern zu positionieren – bedarfsorientiert im Bereich der Aus- und Weiterbildung mit dem offenen Seminarprogramm und spezifischen Weiterbildungsangeboten für die Verbände, kompetent im Bereich Beratung der Verbände und impulsgebend durch den Aufbau von Foren, wo wir uns mit Veranstaltungen zu Sportentwicklung und Sportpolitik wieder stärker präsentieren wollen. Das ist uns bereits im ersten Jahr sehr gut gelungen. Mit unseren Qualifizierungs- und Beratungsangeboten konnten wir viele Verbände erreichen und einen regen Erfahrungsaustausch erwirken. Mit unseren Foren haben wir deutliche Akzente gesetzt.

 

RED: Waren für das Erreichen dieser Ziele innerbetriebliche Neustrukturierungen notwendig?

 

FREYTAG: Seit März diesen Jahres sind wir im Bereich der wissenschaftlichen Referenten wieder komplett aufgestellt. Mit Dr. Daniel Illmer (Schwerpunkte Verbands- und Wissensmanagement) und Veronika Rücker (Schwerpunkte Sportentwicklung und Marketing) sind wir mit zwei Vollzeitstellen verstärkt. Tanja Gröber ergänzt in Teilzeit den Seminar- und Trainingsbereich. Damit sind wir inhaltlich breit und kompetent aufgestellt. Im Back-Office setzen wir auf das bewährte Team mit Toni Niewerth für Organisations- und PR-Aufgaben, Geraldine Nakoff in der Teilnehmerbetreuung und Seminarorganisation, Daniela Weiß in der Projektassisstenz sowie Iris Oerder im Finanzbereich.

 

RED: Was haben Sie sich für 2009 auf die Fahnen geschrieben? Wie werden sich die Kernaufgaben und die Struktur der Führungs-Akademie weiter entwickeln?

 

FREYTAG: Unser Jahresprogramm 2009 liegt druckfrisch vor. Ein Themenschwerpunkte liegt – angesichts der aktuellen Entwicklung naheliegend - auf dem Bereich Finanzierung. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, die sich sicherlich auf die Mitgliederbindung und -gewinnung der Verbände auswirken wird, haben wir einen weiteren Schwerpunkt im Themenfeld Marketing / Mitgliederorientierung gesetzt.

Für das späte Frühjahr ist die nächste Kölner Sportrede vorgesehen. Hierbei wollen wir das Themenfeld Sport und Wirtschaft näher beleuchten. Und in laufenden Beratungsprojekten wollen wir insbesondere die Ergebnisse des Sportentwicklungsberichts stärker für die Verbände nutzbar machen und bei der Entwicklung zeitgemäßer Verbandsstrukturen unterstützen.

 

RED: Wird sich die Arbeit des organisierten Sports verändern müssen?

 

FREYTAG: Wir befinden uns derzeit in einem umfangreichen Veränderungsprozess im organisierten Sport. Das hat dieses Jahr auch die Bundeskonferenz Breitensport/Sportentwicklung des DOSB gezeigt, die wir ja maßgeblich mitunterstützt haben, die uns die vielfältige Handlungsfelder aufgezeigt haben. Aber auch das Projekt Mitgliedermeldung / Bestandserhebung im DOSB zeigt, dass alte Muster nur begrenzt tauglich sind, Mitglieder zu binden. Die Anforderungen an den organisierten Sport werden sich in Richtung lernende Organisationen verändern. Die Sportorganisationen müssen sich stärker als bisher vernetzen und nicht nur auf die großen Mitgliedzahlen setzen, sondern sich vor allen Dingen auf die inhaltliche Arbeit mit anderen Partnern fokussieren.

 

Für die Vereine wird es immer wichtiger werden, dass sie versuchen, ihr eigenes Profil zu finden. Das kann bei dem einen die Integrationsarbeit in Brennpunktgebieten sein, bei einem anderen kann der Fokus auf dem Gesundheitsbereich für alle Zielgruppen liegen und beim nächsten auf der leistungssportlich orientierten Nachwuchsarbeit

 

RED: Wie kann die Professionalität im organisierten Sport noch effektiver als bisher gefördert werden?

 

FREYTAG: Aus meiner Sicht würde ein guter Schritt darin liegen, noch konkreter und gezielter als bisher mit den Verbänden und den dort handelnden Personen zu agieren. Das heißt aktuelle Schwerpunktthemen in den Verbänden aufzugreifen und gemeinsam an Themen moderiert und strukturiert zu arbeiten. Organisationsentwicklung greift dann, wenn wir in den Verbänden die Menschen zusammenholen, die dort was bewegen und entwickeln können und ein gemeinsamer Lernprozess in Gang kommt.

 

RED: Was wünschen Sie sich in Zukunft für Ihre Arbeit?

 

FREYTAG: Ich wünsche mir, dass das Team der Führungs-Akademie weiterhin so engagiert arbeitet wie bisher. Das ist beeindruckend und man merkt, dass allen hier am Sport liegt. Und ich wünsche mir, dass die Verbände weiterhin unsere Angebote so aktiv nachfragen, wie sie das bisher getan haben.