Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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12. Juli 2007

Immer bedeutender für Vereine und Verbände: strategisches Marketing

Seit Mai verstärkt Veronika Rücker als wissenschaftliche Referentin das Team der Führungs-Akademie. Mit der 36-jährigen Diplom-Sportwissenschaftlerin kann die Führungs-Akademie ihre Kompetenz im Bereich von Marketing und der externen Ressourcenbeschaffung etwa durch Sponsoring noch einmal erweitern. Beide Themen stellen neben dem Qualitätsmanagement Schwerpunkte der Tätigkeit von Veronika Rücker dar. Im Interview gibt sie Einblick in ihr neues Tätigkeitsfeld und ihre ersten zwei Monate bei der Führungs-Akademie.

 

Sie haben vor gut zwei Monaten Ihre neue Tätigkeit bei der Führungs-Akademie begonnen. Wie haben Sie die zwei Monate erlebt? Wie wurden Sie im Team aufgenommen?

 

Veronika Rücker: Das Team der Führungs-Akademie hat mich sehr nett aufgenommen und sofort integriert. Es war vom ersten Tag an eine sehr angenehme und freundliche Atmosphäre. Zwei Wochen nach meinem Start fand die jährliche Strategietagung der Führungs-Akademie statt, bei der wir uns intensiv mit der aktuellen Situation und der Zukunft der Führungs-Akademie beschäftigt haben. Das war für mich natürlich ein optimaler Einstieg. Inzwischen konnte ich auch schon die ersten Projekte begleiten, beispielsweise die Durchführung eines Workshops für den Deutschen Minigolf Verband zur Verbesserung des Ausbildungssystems. Es wird schon jetzt deutlich, dass es große Überschneidungen zu meinem Tätigkeitsbereich an der Deutschen Sporthochschule Köln gibt und ich von meinen Erfahrungen, die ich dort, aber auch in anderen Bereichen des Sports gesammelt habe, für die Arbeit an der Führungs-Akademie profitieren kann. Die Aufgaben entsprechen genau meinen Vorstellungen und ich freue mich sehr auf die neue Herausforderungen bei der Führungs-Akademie.

 

Welches sind Ihre inhaltlichen Schwerpunkte und was reizt Sie besonders an diesen Themen?

 

Veronika Rücker: Einer meiner inhaltlichen Schwerpunkte liegt im Bereich Marketing für Vereine und Verbände. Mit diesem Thema beschäftige ich mich auch im Rahmen meiner Dissertation. Die spannende Frage dabei ist, in welcher Form allgemeines Marketing, das in For-Profit-Organisationen eingesetzt wird, modifiziert und angepasst werden muss, damit es von Sportvereinen und Sportverbänden effektiv und effizient genutzt werden kann. Dabei spielen die Besonderheiten von Vereinen und Verbänden eine wesentliche Rolle und führen dazu, dass sich das Marketing dieser Non-Profit-Organisationen deutlich vom Marketing bspw. in Wirtschaftsunternehmen unterscheidet. Ich bin fest davon überzeugt, dass der gezielte Einsatz von Marketing einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, die zahlreichen Herausforderungen, mit denen Vereine und Verbände konfrontiert werden, zu bewältigen.

 

Gibt es weitere Schwerpunktthemen?

 

Veronika Rücker: Ja, in engem Zusammenhang dazu steht auch ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt meiner Arbeit. Vor dem Hintergrund der finanziellen Möglichkeiten von Vereinen und Verbänden gewinnt die externe Ressourcenbeschaffung an Bedeutung und somit auch der Bereich des Sponsorings. Hier gilt es für die Gesponserten, als adäquater Partner mit attraktiven Leistungen gegenüber dem Sponsor am Markt aufzutreten und nicht nur die Rolle eines Bittstellers und Spendenempfängers einzunehmen.

Zudem habe ich mich in letzter Zeit verstärkt mit dem Einsatz von Qualitätsmanagement in Vereinen und Verbänden beschäftigt. Dieses Thema wird in den Verbänden, aber auch in den Vereinen zunehmend an Relevanz gewinnen.

 

Werden Sie auch selbst Seminare anbieten und durchführen?

 

Veronika Rücker: Ich werde in jedem Fall Seminare zum Thema „Marketing für Vereine und Verbände“ sowie zum Thema „Qualitätsmanagement in Sportorganisationen“ anbieten. Darüber hinaus gäbe es noch weitere Themen, die mich sehr interessieren und zu denen ich gerne Seminare durchführen würde, aber zur Zeit sind wir noch in den Planungen zum Jahresprogramm 2008 und suchen natürlich speziell nach Themen, die den Bedürfnissen der Vereine und Verbände entsprechen.

 

Wie sieht es mit Ihrer eigenen Affinität zum Sport aus? Welche Sportarten betreiben Sie aktiv? Welche eigenen Erfahrungen haben Sie in der Verbands- und Vereinsarbeit?

 

Veronika Rücker: Ich bin mit dem Sport und im Verein groß geworden und es war immer mein Ziel, meine große Sportaffinität auch in meiner beruflichen Tätigkeit einzusetzen. Aus diesem Grund habe ich Sport studiert und mich für den Bereich Sportökonomie und Sportmanagement entschieden.

Im Rahmen des Studiums habe ich natürlich viele Sportarten ausprobiert. Zwischenzeitlich habe ich Badminton und Volleyball in einer Mannschaft gespielt und nach wie vor spiele ich gerne Fußball, aber meine eigentliche Leidenschaft gilt dem Tennis. Seit ich sechs Jahre alt bin spiele ich mit großer Begeisterung auf der roten Asche. Das hat sich auch bis jetzt noch nicht geändert und zur Zeit spiele ich in der Damen 30 Regionalliga-Mannschaft des Kölner Hockey- und Tennisclubs Blau-Weiß. In diesem Verein war ich auch 15 Jahre lang als Tennistrainerin im Leistungs- und Breitensportbereich tätig und habe vier Jahre aktiv im Vorstand des Vereins mitgearbeitet. Seit November 2005 bin ich Referentin für Breiten- und Freizeitsport im Deutschen Tennis Bund e.V., so dass ich auch schon einige persönliche Erfahrungen in der verbandlichen Gremienarbeit gesammelt habe.