Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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26. April 2005

Interview mit Prof. Dr. Rolf Andresen - dem Gründungsdirektor der Führungs-Akademie

Als Gründungsdirektor gehörte Prof. Dr. Rolf Andresen vor 25 Jahren zu den Initiatoren der Führungs-Akademie. Im Interview berichtet Prof. Andresen über die Gründungsphase und die Motivation, die hinter der Gründung einer Führungs-Akademie stand.

 

 

Sehr geehrter Herr Prof. Andresen, Sie waren vor 25 Jahren Gründungsdirektor der Führungs-Akademie. Welche Motivation stand hinter der Gründung einer Führungs-Akademie im deutschen Sport?

 

Prof. Andresen: In dieser Zeit hatten wir das Ziel, die gesamte Arbeit des Sports zu reformieren. Ausgangspunkt war die Trainerausbildung. Es gab keine durchgängige Struktur in der deutschen Trainerausbildung. Wir wollten einen entsprechenden Ausbildungsstandard schaffen, der attraktiv ist. Mit der Trainerakademie in Köln wurde der Grundstein dafür gelegt. Trainer sind jedoch nur ein Teil des Sports. Daher wollten wir auch die Führungs- und Verwaltungskräfte, die hauptamtlich im Sport tätig waren, qualifizieren, und zwar nach den Qualitätskriterien des Deutschen Sportbundes.

 

 

Wie kam es zu der Gründung der Führungs-Akademie in Berlin?

 

Prof. Andresen: Ich war damals als Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Berlin tätig und stand in freundschaftlicher Verbindung zum Landessportbund in Berlin. Manfred von Richthofen war damals Präsident vom LSB. Es war ein Glücksfall, dass er bereit war, sich persönlich für unsere Idee einzusetzen, so dass wir 1980 die Führungs-Akademie in Berlin gründen konnten.

 

 

Was waren damals die wichtigsten Aufgaben der Führungs-Akademie?

 

Prof. Andresen: Im ersten Jahr war es vor allem wichtig, die Führungs-Akademie bekannt zu machen. Dies ist uns glücklicherweise sehr schnell gelungen, so dass wir keine Sorge hatten, die Seminare voll zu bekommen. Wir haben bei unseren Seminaren auch immer versucht, Kollegen aus dem Ostteil des Landes einzubeziehen. In politischen Fragen gab es natürlich keinen Austausch, aber für Fachfragen im Sport, insbesondere in den Spielsportarten, ist es uns immer wieder gelungen, Kollegen aus dem Osten einzuladen.

 

 

Mit welchem Hintergrund sind Sie selbst an diese Aufgabe herangetreten? In welcher Form waren Sie beruflich und im Sport tätig?

 

Prof. Andresen: Ich war zu dieser Zeit im Sport und im Leistungssport tätig. Ich habe mich im Volleyball- und Handballverband engagiert. Ich habe mich aber auch für weitergehende Belange des Sports interessiert. Ich war mittlerweile an der Freien Universität in Berlin tätig. Das führte dann auch dazu, dass ich nur ein Jahr bei der Führungs-Akademie war, da ich dann einen Ruf an eine süddeutsche Universität bekommen habe. An der Universität Bayreuth wurde an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät 1982 ein Lehr- und Forschungsbereich „Sport in der Dritten Welt“ mit einem Seminar für Stipendiaten, dessen Leitung ich übernommen habe. Das war eine interessante und attraktive Aufgabe, wenngleich der Weggang aus Berlin nicht leicht gefallen ist.