Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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18. Dezember 2008

4. Internationaler Hamburger Sportkongress 2008

Vom 07. bis 09. November 2008 fand der 4. internationale Hamburger Sportkongress statt, der vom Verband für Turnen und Freizeit e.V. und dem Deutschen Turner-Bund veranstaltet wurde. Kooperationspartner waren der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sowie der Hamburger Sportbund (HSB), die innerhalb des Gesamtkongresses, gemeinsam mit der Führungs-Akademie des DOSB, ein Forum unter dem Titel „Ressourcen des Sports“ organisierten.

 

Eine gesicherte Finanzierung, qualifiziertes ehrenamtliches und hauptberufliches Personal sowie das Vorhandensein von funktionsfähigen, zeitgemäßen und wohnortnahen Sportanlagen sind wichtige Ressourcen im Sport. Diese drei Bereiche werden in dem aktuellen Sportentwicklungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbundes, des Bundesinstituts für Sportwissenschaft und der Deutschen Sporthochschule Köln als die Bereiche beschrieben, in denen ein ausgeprägter Steuerungsbedarf feststellbar ist und die sich vor allem erkennbar von der ersten Erhebung unterscheiden.

 

Die zentralen Erkenntnisse aus dem Sportentwicklungsbericht zu den Ressourcen „Geld“, „Ehrenamt“ und „Sportanlagen“ wurden in einem einleitenden Vortrag von Prof. Dr. Christian Breuer vorgestellt und der Frage verknüpft, ob sich Kooperationen eigentlich lohnen. In dieser spannenden Einführung konnte Prof. Dr. Breuer unter anderem zeigen, dass auf allen Ebenen ehrenamtlicher Arbeit im Sport ein Rückgang an ehrenamtlich tätigen Personen feststellbar ist, während gleichzeitig der durchschnittliche Arbeitsumfang der ehrenamtlich Engagierten gewachsen ist. Für die anderen Ressourcen konnte Prof. Breuer feststellen, dass auf der einen Seite zwar die erhobenen Mitgliedsbeiträge der Sportvereine in Deutschland im Durchschnitt gestiegen sind, auf der anderen Seite aber auch erhebliche Mehrausgaben aufgrund höherer Versicherungsleistungen oder aber auch aufgrund der Erhebung von Nutzungsgebühren für kommunale Sportanlagen fällig geworden sind. Insgesamt, so Prof. Dr. Breuer, bietet der Sportentwicklungsbericht einen differenzierten Einblick in die Entwicklung der Sportvereine und regte eine verstärkte Nutzung an.

 

Die eingangs erwähnten Bereiche wurden dann in drei weiteren Workshops intensiv diskutiert. Im ersten Workshop, der von Prof. Dr. Ronald Wadsack von der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel und Reinhard Körte vom SV Eidelstedt geleitet wurde, ging es unter dem Titel „Geld regiert die Welt – auch die der Sportvereine“ um das zentrale Thema Vereinsfinanzierung. Die hohe Bedeutung einer klaren Strategie des Vereins bei der Suche nach Finanzierungsquellen, aktuelle Trends aus den Bereichen, Sponsoring und Fundraising sowie viele praktische Beispiele wurden im Verlauf des Workshops vorgestellt und umfassend diskutiert.

 

Der zweite Workshop beschäftigte sich mit der Sportentwicklungs- und Sportstättenplanung. Prof. Dr. Alfred Rütten stellte in einem ersten Schritt das Konzept der integrierte Sportentwicklungsplanung vor und skizzierte aktuelle Tendenzen der kommunalen Sportentwicklung sowie deren Konsequenzen für die Vereine. Diese einführenden Ausführung wurden in einem zweiten Schritt von Frank Fechner, Geschäftsführer des Eimsbütteler Turnverband, aus Sicht eines Hamburger Vereins ergänzt und um die These bereichert, dass das Wachstum eines Vereins direkt mit dem Vorhandensein qualitativ hochwertiger Sportstätten zusammenhängt.

 

Abschließend ging es dann im dritten Workshop um das Personalmanagement in Sportorganisationen und zwar sowohl hinsichtlich des ehrenamtlichen aber auch des hauptberuflichen Personals. Die hochkarätigen Referent/inn/en dieses Workshops waren Herr Ralph Lehnert, Geschäftsführer des Hamburger Sportbundes, Prof. Dr. Knut Dahlgaard von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg und Tanja Gröber, wissenschaftliche Referentin der Führungs-Akademie, die in einem einleitenden Vortrag den umfassenden Bereich „Personalmanagement in Sportorganisationen“ beschrieb. Ralph Lehnert und Prof. Dr. Knut Dahlgaard stellten dann in einem zweiten Schritt den Prozess und die Ergebnisse der umfassenden Strategieentwicklung und der Entwicklung eines darauf abgestimmten Konzepts zum Personalmanagement im Hamburger Sportbund vor.

 

Die sehr gut besuchten Workshops, die lebhaften Diskussionen sowie hervorragende Referentinnen und Referenten in einem sehr guten Rahmen, den der Hamburger Sportkongress bot, ließen das DOSB-Forum zu einem vollen Erfolg werden.