Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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27. Oktober 2005

Hans-Georg Moldenhauer, zuständig für die Qualifizierungsoffensive im DFB, im Interview

Über ein Jahr hat der Deutsche Fußball-Bund DFB in Zusammenarbeit mit der Führungs-Akademie im Rahmen seiner Qualifizierungsoffensive ein Führungskräfteprogramm in drei Modulen mit den Geschäftsführern der Landes- und Regionalverbände durchgeführt. Ziel der DFB-Qualifizierungsoffensive ist, in den Vereinen und Verbänden zukunftsfähig zu werden, insbesondere in Hinblick auf den Boom, der mit der Fußball Weltmeisterschaft 2006 zu erwarten ist. DFB-Vizepräsident und DSB-Vizepräsident Dr. Hans-Georg Moldenhauer ist für die Qualifizierungsoffensive im DFB zuständig und äußert sich im Interview zu den geplanten Maßnahmen auf dem Weg zu zukunftsfähigen Strukturen. Dabei spielt auch die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen eine wichtige Rolle, weiß Moldenhauer zu berichten, der zugleich Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes ist.

 

Der Deutsche Fußball-Bund DFB hat in Zusammenarbeit mit der Führungs-Akademie ein Führungskräfteprogramm mit den Geschäftsführern der Landes- und Regionalverbände durchgeführt. Warum war es für den DFB wichtig, dieses Programm durchzuführen?

 

Moldenhauer: Im Zusammenhang mit der Fußball Weltmeisterschaft 2006 war dieses Programm wichtig. Die WM 2006 ist der größte Höhepunkt im Fußball und für Deutschland der größte Höhepunkt im Sport überhaupt. Ausgehend von diesem Boom wollen wir uns nicht nur auf 2006 konzentrieren, sondern auch für die Zukunft gewappnet sein. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie ein Verein zukunftsfähig ist. Wir müssen uns diesen Anforderungen der Zukunft stellen.

 

In welchen Schritten geht der DFB vor, um für die Zukunft gewappnet zu sein?

 

Moldenhauer: Wir gehen das Projekt in drei Schritten an. Zunächst gilt es, in einer umfangreichen Studie die Vereine zu klassifizieren. Wir haben bereits neun bis zehn Klassen der Strukturierung herausgefiltert, nun sind Hochschulen beauftragt, in weitere 30 bis 40 Vereine hineinzugehen und diese Strukturierung mit analytischen Ergebnissen zu untermauern. Bis Ende März 2006 wird es eine Grobstudie geben, wie der Verein der Zukunft aussieht. Daraus abgeleitet werden wir ermitteln, was eigentlich die regionalen Verbände tun müssen, die über den Vereinen stehen. In einer Verbandsanalyse werden wir den Ist-Zustand der Verbände ermitteln. Dabei geht es um die Frage, wie er zu den jetzigen und neuen Anforderungen aufgestellt ist. Wie etwa muss eine Verbandsgeschäftsstelle der Zukunft aussehen? Wie muss ein Verband der Zukunft finanziell und personell aufgestellt sein?

 

Wie sieht es mit dem DFB als Dachverband aus?

 

Moldenhauer: Im dritten Schritt befassen wir uns mit dem DFB. Wir werden herausfiltern, wie der DFB zu organisieren ist, um den Anforderungen im Zuge des Soges der WM gerecht zu werden. Im Mittelpunkt stehen der Mensch, die Technik und die Sportanlagen im modernen Verein der Zukunft.

 

Schwerpunkt des letzten Moduls des Führungskräfteprogramms war die Gremienstruktur im DFB und die Zusammenarbeit der Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen. Wie ist der momentane Stand der Dinge im DFB?

 

Moldenhauer: Viele Strukturen im DFB sind in Abhängigkeit der politischen Landschaft nach der Wende entstanden, als der Deutsche Fußball Verband der DDR an den Deutschen Fußball Bund angegliedert wurde. Ausgehend von den zukünftigen Anforderungen an die vielen Vereine sind auch die Aufgaben in den Verbänden und im DFB neu zu definieren. Das Ehrenamt spielt nach wie vor eine entscheidende Rolle. Strukturen und Hauptamt müssen den neuen Anforderungen entsprechen. In puncto Gremienstruktur muss deshalb auch das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt überdacht werden.