Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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19. Juni 2008

Ergebnisse des Sportentwicklungsberichts 2007

Der Sportentwicklungsbericht setzt sich zum Ziel, die Situation der Sportvereine in Deutschland zu analysieren und Handlungs- sowie Legitimationswissen für die Vereine und Verbände zu generieren. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass das gewonnene Wissen von den Sportorganisationen, der Sportpolitik sowie der Sportverwaltung auch tatsächlich genutzt und angewendet wird.

 

Nach der ersten Befragungswelle 2005 liegt inzwischen der Sportentwicklungsbericht 2007 vor, der es jetzt erstmalig ermöglicht, neben der derzeitigen Situation der Sportvereine auch aktuelle Entwicklungstendenzen aufzuzeigen. Die hohe Beteiligung der Vereine an dieser Befragung belegt die große Akzeptanz des Untersuchungsinstruments. Die Zusammenfassung der ersten Ergebnisse aus dem Bundesbericht erhalten sie hier.

 

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Sportentwicklungsberichte haben zum Ziel, die Entscheidungsträger im organisierten Sport zeitnah mit politikfeld- und managementrelevanten Informationen zu versorgen. An der bundesweiten Online-Erhebung 2007 haben sich insgesamt 13.068 Sportvereine beteiligt.

 

Die Sportvereine in Deutschland leisten einen erheblichen Beitrag zum Gemeinwohl. Ohne sie wäre eine adäquate Sportversorgung der Bevölkerung kaum denkbar. So bieten 56.500 Sportvereine Sportangebote für Kleinkinder oder Kinder im Vorschulalter an, 84.000 für Kinder und/oder Jugendliche und gut 84.000 für Senioren über 60 Jahre. Darüber hinaus sind 2,8 Mio. Personen mit Migrationshintergrund ebenfalls in den organisierten Sport integriert.

 

Zudem bieten 30 % der Sportvereine in Deutschland (gut 27.000) Programme mit expliziten Zielsetzungen der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation an und leisten somit einen essentiellen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Mit 11.800 eigenen Turn- und Sporthallen sowie 23.500 eigenen Sportplätzen entlasten sie überdies in signifikant wachsendem Ausmaß Kommunen und Länder in der Bereitstellung von Sportanlagen.

 

Für die Nutzung kommunaler Sportanlagen mussten die Sportvereine in Deutschland 2006 jedoch signifikant häufiger Sportstätten-Nutzungsgebühren bezahlen als noch im Jahr 2004. Nur noch für 29,1 % der Vereine, die kommunale Sportanlagen nutzen, ist deren Nutzung sowohl kostenfrei als auch nicht an Gegenleistungen wie Schlüsselgewalt, Pflegeverantwortung etc. gebunden.

 

Obwohl die Probleme im Bereich der Gewinnung und Bindung ehrenamtlicher Mitarbeiter wachsen, dürfte der organisierte Sport nach wie vor den quantitativ bedeutsamsten Träger bürgerschaftlichen Engagements darstellen. Insgesamt engagieren sich in den Sportvereinen der Bundesrepublik Mitglieder in etwa 2,1 Mio. ehrenamtlichen Positionen. Der durchschnittliche Arbeitsumfang pro ehrenamtlich Engagiertem ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen.

 

Die arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Sportvereine ist gewachsen. Im Bereich bezahlte Führungskräfte ist die Anzahl an Vereinen, die solche beschäftigt haben, signifikant um das Eineinhalbfache gestiegen. Auch bilden die Sportvereine in Deutschland signifikant mehr aus als noch vor zwei Jahren.