Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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04. April 2006

Wegweiser für Europa - Die "Europa hautnah" - Seminarreihe der Führungs-Akademie und des EU-Büros des deutschen Sports

Das Wissen der Vereine und Verbände über ihre konkreten Schnittmengen mit Europa ist noch nicht sehr ausgeprägt. Insbesondere die Möglichkeiten der finanziellen Förderung durch die Gemeinschaftsprogramme sind noch kein traditioneller Bestandteil der strategischen Ausrichtung. In Kooperation mit dem EU-Büro bietet die Führungs-Akademie deshalb im Rahmen der "Europa hautnah06" - Seminarreihe auch in diesem Jahr eine praxisorientierte Fortbildung zum Themenbereich Europa an. Die Nachfrage zu dem Seminar "EU-Förderprogramme" Anfang Mai war groß - es ist ausgebucht - so dass im Herbst ein Zusatztermin (8.-9. November) zu dem Thema stattfinden wird. Referent Tilo Friedmann (35, Foto), Diplom-Sportwissenschaftler und Leiter des EU-Büros des deutschen Sports in Brüssel, zu den Inhalten und Zielen des Seminars "EU-Förderprogramme".

 

Herr Friedmann, welche Inhalte erwarten die Teilnehmer des Seminars?

 

"Wir vermitteln in diesem Seminar die Fakten zu europäischen Fördermöglichkeiten für Projekte des Sports. Es herrscht die langläufige Meinung, das EU-Geschäft sei schwer zu durchschauen. Wir bieten einen Überblick, zu den für Vereine und Verbände umsetzbaren Förderprogrammen der Europäischen Union und unterfüttern das Ganze mit Erfahrungsberichten von Vereinen, bzw. Verbänden, die bereits erfolgreich EU-Gelder beantragt haben. Des Weiteren geben wir praktische Tipps und Anleitungen zur Antragstellung, wie beispielsweise die inhaltlich korrekte und detaillierte Ausführung der Formulare und achten darauf, dass die Vereine oder Verbände auch die Spielregeln einhalten."

 

Was verbirgt sich denn hinter dem Begriff "Spielregeln"?

 

Jedes Förderprogramm der Europäischen Union hat seine Eigenheiten, seine spezifischen Kriterien, an dem sich die Antragsteller orientieren müssen. Die Vereine, bzw. Verbände, die sich an den Programmen beteiligen wollen sollten wissen, welche Inhalte gefragt sind und welche nicht. Wenn ein Förderprogramm beispielsweise ausländische Partner vorsieht, ist es wichtig, sich nicht nur in Südeuropa umzuschauen, sondern ebenso die geographische Verteilung zu beachten."

 

Welche Eigenheiten können denn diese Förderprogramme beispielsweise haben?

 

"Nehmen wir beispielsweise das Europäische 'JUGEND Programm'. Es wird wie die meisten anderen Förderprogramme der EU auch zwar in Brüssel politisch verantwortet, jedoch dezentral in den Mitgliedstaaten organisiert. Die Koordinierungsstelle des Europäischen 'JUGEND Programms' für Deutschland sitzt in Bonn, ich muss also meinen Antrag in den meisten Fällen gar nicht nach Brüssel schicken und das auch nicht in drei verschiedenen Sprachen. Dazu kommt, dass durch die zunehmend dezentrale Durchführung der Förderprogramme viele Lokalpolitiker, die den Vereinen ja in der Regel bestens bekannt sind, an der Umsetzung von regionalen EU-Förderprogrammen beteiligt sind. Dies ist vielen aber gar nicht bewusst."

 

Braucht man nach Ihren Erfahrungen denn bereits Vorkenntnisse für dieses Seminar?

 

"Nicht notwendigerweise. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass 70-80 % aller Teilnehmer keine Erfahrung mit Fördergeldern der Europäischen Union haben. Einige wissen zwar, dass sie existieren, doch wie man sie für die eigenen Vorhaben nutzen kann und was dabei zu beachten ist, da bringen die meisten Teilnehmer keine Vorkenntnisse mit. Zum Einstieg achten wir deshalb darauf, dass alle Teilnehmer mit dem gleichen Grundverständnis in die eineinhalb Tage starten."