Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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27. November 2012

Nominierung. Rechtssichere Gestaltung von Regularien und deren Umsetzung

Regelmäßig sorgt das emotional aufgeladene Thema „Nominierung“ vor internationalen Höhepunkten wie Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen für Diskussionsbedarf: Wer könnte/ dürfte/ sollte/ müsste teilnehmen? Um hier eine möglichst objektive Entscheidung treffen zu können, werden die Nominierungs- und Normanforderungen für die Teilnahme an internationalen Wettkampfhöhepunkten sowohl in den sportartspezifischen Nominierungsrichtlinien der einzelnen Verbände, als auch in den übergeordneten Richtlinien des DOSB festgehalten. Trotzdem kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen DOSB, Spitzenverband und Sportlern, wenn es um Nominierungen geht, nicht zuletzt, weil auch vielfach wirtschaftliche Konsequenzen mit einer eventuellen Nicht-Nominierung verbunden sind.

Häufig ist das Problem in nicht rechtsicher formulierten Nominierungsrichtlinien verankert. Genau an dieser Stelle setzte unser Seminar „Nominierung. Rechtssichere Gestaltung von Regularieren und deren Umsetzung“ am 27.11.2012 an. Im Dialog mit 23 Teilnehmer(innen) aus unterschiedlichsten Spitzenverbänden arbeitete die renommierte Sportrechtsanwältin Dr. Anne Jakob-Milicia anschaulich Grundlagen und Fragen rund um das Thema Nominierung auf und gab Tipps und Hinweise zur Gestaltung rechtssicherer Nominierungsrichtlinen sowie zum richtigen Verhalten bei drohenden Streitfällen. Den Teilnehmer(innen) bot sich so nicht nur die Chance auf rechtlich fundierte, praxisnahe Informationen und Antworten, sondern vor allem auch die Möglichkeit, sich einmal über den eigenen Tellerrand hinaus mit anderen Spitzenverbänden zum Nominierungsprozedere auszutauschen. Ergänzt wurden die Ausführungen von Dr. Anne Jakob-Milicia durch Thomas Sinsel, Ressortleiter Sommersport des DOSB, der vom „Sonderfall Olympia“ berichtete und durch Dr. Christa Thiel. Die langjährige Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes und DOSB-Vizepräsidentin Leistungssport gewährte den Teilnehmer(innen) Einblicke in die Herangehensweise des Schwimmverbandes und berichtete lebhaft aus ihren Erfahrungen mit Nominierungsrichtlinien und bisherigen Streitfällen.

Fazit der Veranstaltung: Das Thema Nominierung ist in den Verbänden sowohl von den Inhalten und deren Formulierung als auch vom Umfang her mit unterschiedlichem Stellenwert in verschiedenen Bereichen angesiedelt. Es wurde deutlich, dass Nominierungsrichtlinien, die rechtssicher formuliert und von allen Beteiligten getragen werden, Streitfälle zwar nicht ausschließen können, zumindest aber für mehr Klarheit, Transparenz und rechtliche Absicherung sorgen.