Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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25. Februar 2008

DOSB-Generaldirektor Dr. Michael Vesper: „Gemeinsam die richtigen Themen setzen und Schwerpunkte entwickeln“

Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Dr. Michael Vesper, setzt verstärkt auf die Zusammenarbeit mit der Führungs-Akademie in Köln. Er sieht in ihr einen Kenner der Sportlandschaft, der auch bei sensiblen Themen als Vermittler auftreten könne. Zudem gegrüßt es Dr. Vesper, dass die Führungs-Akademie mit ihrer Kölner Sportrede einen Beitrag zur gesellschaftlichen Verortung des Sports leisten will.

 

 

Welche Fragen beschäftigen die Sportverbände unter dem Aspekt „Entwicklung von Zukunftsperspektiven“ derzeit besonders drängend?

 

Sich auf die Zukunft einzustellen, ist stets spannend und notwendig. In den nächsten Jahren steht der Sport aber vor besonders großen Herausforderungen. Damit meine ich nicht in erster Linie die Finanzen, auf die sich der besorgte Blick immer zuerst richtet, sondern es geht mir um die Fragen, die im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung stehen.

 

Hier brennt uns eine Fülle von Fragen auf den Nägeln. Wie können wir Kinder und Jugendliche, die bekanntlich von einem zunehmenden Angebot an Alternativen bedrängt werden, aber auch die Älteren stärker als bisher an den organisierten Sport binden? Wie muss sich der Sport in der Gesellschaft positionieren? Welchen Beitrag kann und muss er zur gesellschaftlichen Ethik leisten? Wie kommt er damit zurecht, dass überall in der Gesellschaft die Bereitschaft schwindet, sich in festen Strukturen zu organisieren?

 

 

Wie kann die Führungs-Akademie den Sportorganisationen bei der Beantwortung dieser Fragen helfen?

 

Die Führungs-Akademie und ihre Mitarbeiter/innen haben den Vorteil, dass sie nicht überwiegend ins Tagesgeschäft verwickelt sind. Sie können und sollen, ja sie müssen in größeren Linien denken und den organisierten Sport beraten. Die Führungs-Akademie verfügt über 25 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Weiterbildung. Das ist eine hervorragende Ausgangsbasis, um gemeinsam mit den Entscheidungsträgern in den Verbänden Ideen zur Lösung der angesprochenen Probleme zu entwickeln.

 

Die Führungs-Akademie ist aber auch so etwas wie ein Übersetzer: Der DOSB schiebt Projekte wie etwa den Sportentwicklungsbericht an, und die FA entwickelt daraus Seminar- und Beratungskonzepte und unterstützt die Verbände bei den Entwicklungsprozessen. Gut finde ich, dass die FA auch öffentliche Zeichen setzt, etwa mit der Kölner Sportrede, um so ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Verortung des Sports zu leisten.

 

Die Führungs-Akademie hat durch ihre Arbeit eine hohe Anerkennung bei vielen Verbänden erfahren. Kann diese Akzeptanz helfen, bei Interessenskonflikten auf sie als Mittler zurückzugreifen?

 

Ja, unbedingt. Dass ich der FA dies zutraue, hat mich auch dazu ermutigt, sie aktiv in das Projekt „Bestandserhebung – Mitgliedermeldung“ einzubeziehen. Hier treffen ganz unterschiedliche Interessen aufeinander; zugleich finden wir über Jahrzehnte gewachsene Strukturen vor, die nicht einfach mit einem „Machtwort“ verändert werden können. Da ist sensibles Vorgehen und eine intime Kenntnis der Strukturen und Hintergründe gefragt - und wer könnte dies besser gewährleisten als die FA?

 

Die Führungs-Akademie hat in ihrer neu akzentuierten Strategie neben der Weiterbildung und der Beratung als dritte Programmsäule die Durchführung von Foren zu Sportentwicklung und Sportpolitik angekündigt. Wie können DOSB und Führungs-Akademie hier erfolgreich zusammenwirken?

 

Foren und Veranstaltungen der FA bieten eine gute Möglichkeit, das Profil des Sports und der Sportverbände insgesamt zu stärken, insbesondere dann, wenn Vertreter der Sportorganisationen mit Experten aus anderen Bereichen zusammentreffen und Zukunftsfragen der Sportentwicklung erörtern. Mir geht es dabei auch darum, dass wir hier gemeinsam die richtigen Themen setzen und Schwerpunkte entwickeln. Darüber hinaus kann ein gutes Zusammenwirken von DOSB und Führungs-Akademie sehr viel dazu beitragen, dass die Ergebnisse solcher Foren nicht auf den Kreis von Experten und höchsten Entscheidungsträgern beschränkt bleiben. Es geht am Ende ja vor allem auch darum, Erkenntnisse in der Breite der Sportlandschaft zu verankern und sie Praxis werden zu lassen.

 

Die Führungs-Akademie hat mit Gabriele Freytag eine neue Direktorin erhalten. Welche Erwartungen verbinden Sie mit dem Wechsel an der Spitze der Führungs-Akademie?

 

Gaby Freitag ist ja nun kein Newcomer, sondern verfügt über langjährige Erfahrung im Leitungsteam der FA. Ich erwarte eine Direktorin, die weiß, wohin die Reise gehen soll, die neue Impulse und Ideen entwickelt, die die FA für den organisierten Sport noch unentbehrlicher macht, als sie ohnehin schon ist.