Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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17. März 2009

Operatives Controlling in Verbänden - Grundlagen für die Einführung und Weiterentwicklung von Controlling-Instrumenten in Sportverbänden

„Controlling ersetzt den Zufall durch den Irrtum“ (Kappler, 2006).

 

Das Thema Controlling nimmt in den meisten Sportverbänden nach wie vor eine eher nachrangige Position ein. Das mag daran liegen, dass ein eher diffuses Begriffsverständnis dazu vorliegt oder aufwändige (abschreckende) Zahlenlisten damit verbunden werden. Richtig aufgebaut und angewandt dient das operative Controlling der Informationsbereitstellung und -vermittlung für die Entscheidungsträger eines Sportverbandes, um zu prüfen: Tun wir die Dinge richtig? Controlling sucht nach Verbesserungsmöglichkeiten, nicht nach Schuldigen.

 

Für den Aufbau eines verbandsspezifischen Controlling-Konzeptes liegen eine Reihe von bewährten Instrumenten vor. Grundlagen für ein (Finanz-)Controlling, das eine transparente Darstellung der finanzwirtschaftlichen Entwicklung gewährleistet, sind die kaufmännische Buchführung, eine aussagekräftige Kosten-Leistungs-Rechnung sowie eine Steuerung über Budgets. Kennzahlensyteme, wie die Balanced-Scorecard, oder das speziell für breitensportorientierte Großvereine entwickelte RWE-Kennzahlensystem (www.rheinarcampus.de/kennzahlen), die auf unterschiedliche Datenquellen zugreifen, bieten eine gute Chance, Organisationsziele objektivierbar zu machen.

 

Neben der Einführung und Weiterentwicklung des Controllings im eigenen Verband und der Vorstellung unterschiedlicher Instrumente dazu, wurde im Seminar ein Schwerpunkt auf die kommunikative Verknüpfung des Controllings in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche eines Verbandes gelegt. Die Sensibilisierung der eigenen Kollegen, bspw. über Einzelgespräche und hausinterne Schulungen, erwiesen sich als gute Möglichkeiten.

 

Dem Referententeam mit Prof. Dr. Ronald Wadsack (FH Braunschweig-Wolfenbüttel), Gerhard Reus, (Controller, Deutscher Olympischer Sportbund), Sandra Winter (Geschäftsführerin, Rosenbaum und Nagy Unternehmensberatung) und Prof. Dr. Lutz Thieme (Prodekan Fachbereich Betriebs- und Sozialwirtschaft der RheinAhrCampus Hochschule, Remagen) gelang es innerhalb dieser zweitätigen Veranstaltung sehr praxisnah, das Verständnis bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu vertiefen. Der intensive Austausch unter den Teilnehmer/inne/n trug darüber hinaus dazu bei, dass das Seminar weiteren Kolleginnen und Kollegen in den Verbänden empfohlen werden soll. (AM)