Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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24. November 2008

Neue Ansätze und spannende Diskussionen: Interessante Beiträge zur Fachtagung „Doping, Corporate Governance und Risikomanagement“ an der Führungs-Akademie des DOSB

Knapp 30 Führungskräfte der Verbände waren der Einladung zur Fachtagung mit Referenten und Referentinnen aus verschiedenen Bereichen und Institutionen nach Köln gefolgt. Stefan Wagner und Horst Lienig, die Satzungs- und Steuerrechtsexperten der Führungs-Akademie, stellten gemeinsam mit Expert/inn/en u.a. der NADA, und des Deutschen Sportschiedsgerichts aktuelle Herausforderungen für die Verbände und ihre Konsequenzen für die Gestaltung einer professionellen Satzung vor.

 

In ihren Beiträgen wiesen sie vor allem darauf hin, dass eine modernen Ansprüchen genügende Verbandssatzung nicht zuletzt auch grundlegende haftungs- und steuerrechtliche Fragen zu berücksichtigen habe. Neben Erläuterungen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Grundlagen für einen sinnvollen Satzungsaufbau, wies Stefan Wagner auf die Bedeutung des Ressortprinzips hin. Horst Lienig ging in seinem Vortrag insbesondere auf Fragen der Vermögensverwaltung und der Rücklagenbildung ein. Deren Auswirkungen auf die Satzungsgestaltung sowie verschiedene gesetzliche Vorgaben wurden darüber hinaus an ausgewählten Beispielen aus der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zum Vereinsrecht diskutiert.

 

Gabriele Freytag, Direktorin der Führungs-Akademie, stellte in ihrem Vortrag vor allem die unterschiedlichen Gestaltungs- und Lösungsmöglichkeiten beim Aufbau von Führungsstrukturen in (Sport-)Organisationen ins Zentrum ihrer Ausführungen.

Nach der Vorstellung des neues NADA-Codes durch Anja Berninger, Leiterin des NADA-Justitiariats, und Prof. Dr. Ulrich Haas von der Universität Zürich, wurde neben den daraus resultierenden Anforderungen an die Verbände und ihre Satzungen auch über die neuen Meldepflichten und die Bewertung der Einzelgerechtigkeit diskutiert.

 

In diesem Zusammenhang wurde auch der Vortrag von Thomas Klich (Deutsches Sportschiedsgericht) über die mögliche Auslagerung von Dopingstreitigkeiten an die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit thematisiert.

Ein weiterer Diskussionspunkt waren die Überlegungen von Dr. Klaus Stadler, Experte zur Korruptionsprävention im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Bonn, zur Korruptionsprävention. Anhand von Fallbeispielen stellte er wichtige Kriterien zum angemessenen Umgang mit dem Thema Korruption vor und forderte eine zielgerichtete Korruptionsprävention am Arbeitsplatz und bei Verbänden ein. Um der Korruption eine möglichst geringe Plattform zu bieten und ihr entsprechend wirksam entgegen treten zu können, forderte Stadler u.a. ein großes Maß an Transparenz bei der Entscheidungsfindung innerhalb der Verbände.

 

Auch in anderen Zusammenhängen wurde transparentes Handeln als eine wichtige Möglichkeit angeführt, z.B. wenn es darum gehe, haftungsrechtliche Probleme für Führungskräfte innerhalb der Verbände oder Schwierigkeiten bei der Ausgestaltung komplexer Führungsstrukturen auszuräumen.

Während der zweitägigen Veranstaltung wurde den Herausforderungen an die Führungskräfte zur Gestaltung moderner Verbandssatzungen aber nicht nur von Seiten der Referenten Rechnung getragen, sondern auch der durch die Fachtagung ermöglichte Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch der Verbandsverantwortlichen untereinander fand rege Zustimmung.

 

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