Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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25. Oktober 2008

Nicht nur Menschen auch (Sport-)Organisationen müssen lernen, wenn sie die Zukunft erfolgreich gestalten wollen. Themen und Ergebnisse der „Bundeskonferenz Sportentwicklung“ in Berlin

„Sport bildet – Bildung bewegt“ war das Motto der ersten Bundeskonferenz Sportentwicklung, in der der Versuch unternommen wurde, die verschiedenen Themen der Sportentwicklung mit dem Thema Bildung zu verknüpfen. Wie brandaktuell das Motto der Veranstaltung war, zeigt der gerade durchgeführte Bildungsgipfel von Bund und Ländern in Dresden. Deutschland, so wurde dort propagiert, muss zu einer Bildungsrepublik werden.

 

Der Sport ist in dieser Hinsicht also auf der Höhe der Zeit und dass dies auch genau so wahrgenommen wurde, zeigt die hohe Teilnehmerzahl von insgesamt 250 Personen, mit der die Kapazitäten der Konferenz an die Grenze geführt wurden. Die Veranstaltung fand am 10. und 11. Oktober in Berlin statt und wurde vom Geschäftsbereich Sportentwicklung des DOSB in Kooperation mit der Führungs-Akademie organisiert. Die Teilnehmer/innen erwartete ein breit gefächertes Programm über zwei Tage mit insgesamt 12 Workshops zu verschiedenen Themen der Sportentwicklung und zwei Hauptvorträgen sowie einem hochklassigem Rahmenprogramm, das der Landessportbund Berlin organisierte. Eröffnet wurde die Konferenz durch Beiträge des Präsidenten des DOSB, Dr. Thomas Bach, und der Vizepräsidenten Walter Schneeloch und Prof. Dr. Gudrun Doll-Tepper. Als Vertreterin der Bundesregierung sprach Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit, ein Grußwort an die Teilnehmer/innen.

 

Das Thema der Bundeskonferenz wurde durch zwei Hauptvorträge zu den Themen „Lernen von Organisationen“ und „Lernen von Menschen“ systematisch aufgearbeitet. Das Thema „Lernen von Organisationen“ wurde von Prof. Dr. Helmut Willke von der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen unter dem Titel „Sportorganisationen als lernende Organisationen“ aufgegriffen (Näheres dazu im Interview) und das Thema „Lernen von Menschen“ wurde von Prof. Dr. Dr. Sebastian Braun von der Universität Paderborn behandelt. Sein Vortrag unter dem Titel „Bürgerschaftliches Engagement in Sport und Gesellschaft als Bildungsziel“ beschäftigte sich mit der Frage, wie und was Menschen durch ehrenamtliches Engagement lernen und was der Sport in dieser Hinsicht für die Gesellschaft an Leistungen produziert.

 

Diese von den beiden Hauptreferenten zur Diskussion gebrachten Leitthemen wurden dann in den verschiedenen Arbeitskreisen zu Themen wie „Umweltbildung im Sport“, „Herausforderung Schulsport“, „Bildungspotenzial Leistungssport“ oder „Wissensmanagement in Sportorganisationen“ weiter vertieft.

 

Ein zentrales Thema der Führungs-Akademie, die Frage „Wie lernen Sportorganisationen?“ wurde von der Direktorin, Gabriele Freytag, gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Wopp von der Universität Osnabrück und Klaas Brose vom Behindertensportverband Berlin aufgegriffen. Nach einführenden Vorträgen zu Grundlagen und guten Beispielen aus der Praxis wurden Erfolgsfaktoren für die Umsetzung diskutiert. Eine zentrale Erkenntnis war, dass Veränderungsprozesse einen Anlass benötigen und dass es einen stabilen Trend in der Selbstwahrnehmung von Verbänden gibt, der durch den Wechsel von einem „Mitgliederverwalter“ zu einem „Dienstleister“ beschrieben werden kann. Eine Dokumentation, in der die Vorträge und Ergebnisse der verschiedenen Arbeitskreise der Konferenz zusammengefasst werden, ist in Vorbereitung.

 

Ein umfangreiches Rahmenprogramm – mit einer Schiffsrundfahrt auf der Spree und einem anschließenden Empfang im Roten Rathaus – das der LSB Berlin dankenswerter Weise zusammengestellt hat, rundete die vielen Vorträge und intensiven Diskussionen ab, und hatte auch großen Anteil an der guten Atmosphäre auf der Konferenz.

 

Die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen und die zentralen Thesen der beiden Hauptreferenten sollen nun aufbereitet werden, um das Thema Bildung noch stärker als bisher in den verschiedenen Themenfeldern der Sportentwicklung zu berücksichtigen zu können. Insgesamt hat sich die Bundeskonferenz als ein erfolgreiches Format erwiesen, das in dieser Form wiederholt werden wird. So ist die nächste Bundeskonferenz schon in Planung für das Jahr 2010, wobei der Ort noch nicht feststeht. (D.I.)