Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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10. März 2015

Satzungsneufassung beim Westfälischen Tennisverband (WTV) beschlossen

Der Westfälische Tennisverband hat bei seinem Verbandstag am 22.02.2015 in Kamen eine neue Satzung verabschiedet und damit einen wichtigen Meilenstein in seinem Reformprozess gesetzt.

Seit knapp zwei Jahren hat der WTV einen Organisationsentwicklungsprozess aufgelegt. Ziel des Prozesses ist es, den Verband zukunftsfähig aufzustellen und dabei sowohl die inhaltliche Ausrichtung des Verbandes festzulegen, als auch die Strukturen in den Blick zu nehmen und notwendige Anpassungen vorzunehmen.
Das erste Jahr war geprägt durch eine intensive Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation des Westfälischen Tennisverbandes. Dabei wurden zahlreiche Facetten beleuchtet und diverse Analysen durchgeführt.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen hat der Verband seine mittel- und langfristige inhaltliche Ausrichtung festgelegt und konkrete Verbandsziele für das Jahr 2020 definiert. Dabei ist deutlich geworden, dass der Nachwuchsleistungssport sowie der Turnier- und Wettkampfbetrieb für den WTV nach wie vor die tragenden Säulen des Verbandes sind, es hier allerdings zu einer Verbesserung der Effizienz und der Effektivität kommen sollte, damit auch noch Spielräume für andere Handlungsfelder im Verband bleiben. Hier ist beispielsweise der Bereich des Vereinsservice zu nennen, der als Ergebnis des Prozesses zukünftig deutlich an Bedeutung gewinnen wird und auch das Feld der Sportentwicklung erhält wachsende Relevanz für den Verband. Zurzeit werden für die jeweiligen Handlungsfelder des Verbandes Konzepte erstellt, die den Weg bis 2020 beschreiben und mit konkreten Maßnahmen und Handlungsplänen versehen sind.

Im zweiten Jahr des Prozesses standen dann die Strukturen im Vordergrund. Im Rahmen einer umfangreichen Analyse der bisherigen Strukturen, bei der die Organe, Gremien und Ausschüsse,  mit den Bezirken und Kreisen die Gliederungen sowie die aktuelle Satzung in den Blick genommen wurde, konnten die Probleme und Herausforderungen, die mit der aktuellen Struktur verbunden waren, sehr gut ermittelt / herausgestellt werden. Das Ergebnis der Strukturanalyse hat einen hohen Veränderungsbedarf ergeben – zum einen in Bezug auf die Satzung, bei der ein deutlicher Aktualisierungsbedarf bestand und zum anderen in Bezug auf die Strukturen, die als nicht funktional zur Erledigung der aktuell und vor allem der zukünftig anfallenden Aufgaben eingeschätzt wurde.

Im weiteren Prozessverlauf wurden diverse alternative Strukturmodelle entwickelt und diskutiert. Die Entscheidung für ein zukünftiges Strukturmodell wurde in enger Abhängigkeit von den künftigen Rollen und Aufgaben des Verbandes sowie seiner Gliederungen getroffen. Als wesentliche Änderung in der neuen Struktur kann folgendes herausgehoben werden:

  • Das Präsidium wird nicht mehr unterteilt in einen Vorstand nach § 26 BGB und ein Präsidium, sondern das gesamte Präsidium vertritt den Verband nach außen und übernimmt die Gesamtverantwortung.
  • Innerhalb des Präsidiums ist eine weitere Position geschaffen worden für den Bereich Nachwuchsleistungssport, da dies ein Kernhandlungsfeld des Verbandes ist, das auch zukünftig noch an Bedeutung gewinnt.
  • Die Bezirksvertreter sind in der neuen Struktur Besondere Vertreter des Verbandes nach § 30 BGB und erhalten damit eine stärkere Verantwortung für den Gesamtverband. Zudem verbessert dieser Status die Handlungsfähigkeit der Bezirksvorsitzenden und erhöht die Eigenständigkeit.
  • Die Kreise sind zukünftig ausschließlich für die Organisation des Spielbetriebs zuständig. Ziel muss es sein, Sportkreise zu bilden, in denen ein guter Spielbetrieb möglich ist. Hier braucht es eine gewisse Flexibilität beim Zuschnitt der jeweiligen Kreise, der von den Bezirken vorgenommen wird.
  • Es wird eine deutliche Vereinheitlichung auf Bezirks- und Kreisebene angestrebt, die sowohl die Gebühren als auch die Strukturen und die Regelungen im Wettspielbetrieb betrifft.
    Die Ausschüsse und Gremien des Verbandes erhalten eindeutige Aufgaben und Kompetenzen und sind in der Anzahl deutlich reduziert worden.

Entscheidend für alle Diskussionen zur zukunftsfähigen strukturellen Aufstellung des Verbandes war die Verständigung darauf, dass die Strukturen unabhängig von den (aktuell) handelnden Personen festzulegen sind, sondern sich an der zukünftigen inhaltlichen Ausrichtung des Verbandes orientieren müssen.

Diese Strukturüberlegungen sind nach intensiven Diskussionen mit Vertretern der Bezirke, Kreise und Vereine anschließend in eine neue Satzung gegossen worden. Diese Neufassung der Satzung ist auf dem Verbandstag des WTV nach sehr sachlichen und guten Diskussionen mit 395 Stimmen dafür und nur 11 Enthaltungen verabschiedet worden und bildet damit im gesamten Prozess einen wesentlichen Meilenstein. [VR]