Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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29. April 2009

Siegfried Kaidel, Vorsitzender des Deutschen Ruderverbandes, zur erfolgreichen Verabschiedung des neuen „Grundgesetzes“ auf dem Rudertag in Oldenburg

Nach drei Jahren intensiver Arbeit wurde das neue Grundgesetz des DRV beim Deutschen Rudertag mehrheitlich von den Vereinen angenommen. Damit ist es gelungen, die mitgliedschaftlichen Strukturen im DRV klar zu ziehen, die Kompetenzen der verschiedenen Organe und Gremien transparent zu regeln und die notwendigen Anpassungen an die rechtlichen Anforderungen vorzunehmen. In der Neufassung wird wie bisher die Regelkommission beibehalten und ein Verbandsrat nicht neu eingeführt. Siegfried Kaidel, der Vorsitzende des Ruderverbandes, will sich jetzt wieder voll aufs Kerngeschäft konzentrieren und „Rudern als Sport in allen Lebenslagen“ etablieren.

 

RED: Den außerordentlichen Rudertag in Oldenburg mit etwas Abstand betrachtet: Was wirkt noch nach?

 

KAIDEL: Der DRV ist wieder enger zusammengerückt. Trotz inhaltlicher Differenzen hatten alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen das gemeinsame Ziel vor Augen, die neue Satzung, die wir Grundgesetz nennen, zu verabschieden. Das hat ja auch geklappt.

 

RED: Trotz oder vielleicht gerade auch wegen eines vorbildlichen Beteiligungsprozesses im Vorfeld des Rudertages erreichten die Diskussionen kurz vor Beginn und vor allem auch während des Rudertages noch einmal einen Höhepunkt: Wie haben Sie diese Entwicklung erlebt?

 

KAIDEL: Das ist für uns Ruderer typisch. Alle sind mit Herzblut dabei und Rennen werden meist erst im Endspurt entschieden. Diese Erfahrung gilt auch für die Verbandsarbeit.

 

RED: Klare Aufgaben- und Kompetenzverteilungen zwischen den Organen und Gremien sowie die Anpassung der Satzung an aktuelle rechtliche Erfordernisse gehörten zu den Kernanliegen der Satzungsneufassung. Sind Sie mit dem Erreichten zufrieden?

 

KAIDEL: Ich hätte mir schon in manchen Punkten weiterreichende Regelungen gewünscht. Wir haben letztlich aber eine Lösung gefunden, die wohl allen Vorstellungen und Interessen gerecht wird.

 

RED: Vor welchen zentralen Herausforderungen steht der Deutsche Ruderverband jetzt nach der Verabschiedung der Neufassung des Grundgesetzes? Wo besteht aktueller Handlungsbedarf?

 

KAIDEL: Wir wollen uns intensiv auf das Kerngeschäft, den Sport, konzentrieren. Im Leistungssport gilt es, die Grundlagen für eine erfolgreiche Olympische Regatta 2012 zu legen. Daneben wollen wir den Rudersport in seiner Breite mit Wanderrudern und Breitensport in der Öffentlichkeit besser positionieren. Rudern als Sport in allen Lebenslagen ist das Motto. Natürlich müssen wir an der Finanzsituation arbeiten, denn Geld hat man nie genug, um alles Wünschenswerte umzusetzen.

 

RED: Was würden Sie anderen Spitzenverbänden empfehlen, die sich einer umfassenden Strukturreform im Verband stellen wollen?

 

KAIDEL: Man braucht externe Beratung, muss aber die Besonderheiten und Traditionen der eigenen Organisation immer im Auge behalten. Nicht alles, was außerhalb gut funktioniert, ist im eigenen Verband umsetzbar und sinnvoll.