Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

Nachrichten - Details

20. Mai 2016

KÖLNER SPORTREDE 2016: „Sportförderung ist ein Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität“

Sportministerin Christina Kampmann betont den gesellschaftlichen Wert des Sports und betont das große Engagement der Bundesländer als starken Partner des Sports

Auf die rund 200 Zuhörer(innen) der 8. KÖLNER SPORTREDE wirkten die Worte von Christina Kampmann wie Seelen-Balsam: „Aus staatlicher Perspektive, so die Ministerin und aktuelle Vorsitzende der ständigen Sportministerkonferenz der Länder, ist Sport besonders dann zu fördern, wenn ein erkennbarer gesellschaftlicher Mehrwert entsteht, der ohne eine Förderung nicht zu erwarten ist. Den Vereinssport fördern wir im Gegensatz zu den Fitness-Studios, weil die Vereine mit ihrer Arbeit den gesellschaftlichen Gemeinnutzen mehren, weil sie mit Kindern und Jugendlichen trainieren, weil sie sich für Integration und jetzt ganz aktuell z.B. für Flüchtlinge engagieren, weil sie die Inklusion vorantreiben und in Kooperation mit Schulen Sportangebote im Ganztag organisieren. Deshalb unterstützen die Länder den gemeinnützigen Sport, dessen Verbände und Vereine.“

Mit dieser Aussage hatte Christina Kampmann, Nordrhein-Westfalens Landesministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, das Thema der 8. Sportrede im Historischen Kölner Rathaus vor vielen hochkarätigen Repräsentant(inn)en des Sports und zahlreichen Gästen aus Politik und Gesellschaft präzise umrissen: „Das ist uns der Sport wert – Positionen der Länder zur Sportförderung“.

Ganz konkret belegte Christina Kampmann ihre Aussage mit Zahlen. Von den 526 Millionen Euro, die die Bundesländer insgesamt für die Sportförderung im laufenden Jahr ausgeben, gehen mehr als die Hälfte an die Landessportbünde und an die Verbände. „Das ist gut angelegtes Geld“, so die Ministerin. Denn anders als die Förderung des Bundes, der für den Spitzensport zuständig ist, gehen die Landesgelder in die Breite und an die Wurzeln des Sports. Aus dem Verständnis der Bundesländer solle deren Sportförderung die Menschen dabei unterstützen, sich für einen aktiven, gesundheitsfördernden sportlichen Lebensstil zu entscheiden.

Der gute alte Sportverein muss selbst in Zeiten immer stärker ausgeprägter Individualisierung und einem Boom von Fitness-Studios nicht im Abseits stehen. In ihrem Ministerium, so Christina Kampmann, werde derzeit eine Digitale Agenda erarbeitet, wie man Leistungserfassungssysteme als Ergänzungsmittel in den Vereinssport einbauen kann.

Neue Wege müssten auch im Bereich des Sportstättenbaus wie bei der verbesserten Erschließung des öffentlichen Raums für mehr Sport und Bewegung gegangen werden. Mehr Laufstrecken, ein verbessertes Radwegenetz, intensivierte Sportstätten- und Sportraumentwicklung sowie das Streben nach barrierefreien Städten könnten verstärkt als Motor für die Stadtentwicklung genutzt werden.

Große Herausforderungen für den Sport ergeben sich durch die Veränderung im Bildungssystem – Beispiel: Schulischer Ganztag oder G8. Die Landesministerin empfiehlt den Kommunen, Generalverträge mit ihren Stadt- bzw. Kreissportbünden abzuschließen, wonach die Angebote im schulischen Ganztag vom Sport organisiert werden sollen. Der gemeinnützige Sport könne der ideale Partner von Schule und Ganztag werden. Damit griff sie eine Anmerkung auf, die Walter Schneeloch als Vorstandsvorsitzender der Führungs-Akademie des DOSB und Präsident des Landessportbundes NRW in seiner Einleitung zur Sportrede der Ministerin gemacht hatte. Schneeloch mahnte an, dass möglichst schnell die von den Sportverbänden gewünschten Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Dies beinhalte sowohl bessere Standards bei den täglichen Bewegungszeiten als auch die Realisierung notwendiger Bewegungsräume. Sein Wochenziel für die Jugend: 3 Schulsportstunden plus 2 Stunden Sportangebot in offenen Ganztagsschulen plus möglichst viele außerschulische Sportstunden in Vereinen.

Als derzeitige Sprecherin der Sportministerkonferenz der Länder lobte Christina Kampmann das große Engagement des gemeinnützigen Sports bei der Hilfe für Menschen, die in Folge von Krieg, Not und Elend aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Noch konkreter hatte sich in ihrer Begrüßung der Gäste im Kölner Rathaus zuvor Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker geäußert: „Die Schüler und die Vereine, deren Sporthallen derzeit für die Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen benötigt werden, tragen am meisten zur Integration bei.“
Abschließend stellte Christina Kampmann als Vorsitzende der Landessportministerkonferenz fest, dass die Länder ihre Aufgabe darin sehen, die Landessportbünde und Landesfachverbände und deren Mitgliedsorganisationen zu unterstützen. Die Sportministerkonferenz sei ein verlässlicher Partner des Sports, denn die Sportförderung sei immer auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität. [Hanspeter Detmer]

Weitere Informationen zur KÖLNER SPORTREDE finden Sie im Bereich "FORUM & WISSENSCHAFT" oder direkt mit den nachfolgenden Links!

=> Die Rede der Ministerin im Wortlaut [Videobeitrag]

=> Grußwort der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker

=> Grußwort des Vorstandsvorsitzenden der Führungs-Akademie des DOSB, Walter Schneeloch

=> Impressionen / Bildergalerie