Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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10. November 2005

Umstrukturierung des Deutschen Behinderten Sportverbandes – Interview mit Ehrenpräsident Theodor Zühlsdorf

Im Mai 2004 hat der Vorstand des Deutschen Behinderten Sportverbandes DBS beschlossen, sowohl die strategische Ausrichtung des Verbands auf den Prüfstand zu stellen, als auch sich daraus ergebenden Strukturveränderungen zu erarbeiten. In Zusammenarbeit mit der Führungs-Akademie hat der DBS ein Konzept zur Neuausrichtung des Verbands erarbeitet, dass auf dem Verbandstag im Oktober 2005 vorgestellt wurde. Im Interview berichtet Theodor Zühlsdorf von seinen Erfahrungen bei der Umstrukturierung des Verbandes. Theodor Zühlsdorf war langjähriger Präsident des DBS und wurde im Oktober zum Ehrenpräsidenten gewählt.

 

Wie kam es zu dem Wunsch nach einer Neuausrichtung des Deutschen Behinderten Sportverbandes?

 

Theodor Zühlsdorf: Auf Grund von vielen Diskussionen waren wir der Meinung, dass wir dem Verband für die Zukunft eine neue und schlankere Ausrichtung geben müssen.

 

In welcher Form erfolgte die Erarbeitung des Konzepts? Wer war daran beteiligt?

 

Theodor Zühlsdorf: Wir haben aus Mitgliedern des Präsidiums und des Hauptvorstandes ein Gremium zusammengestellt. Die Arbeit des Gremiums wurde von Klaus Schirra und Gabi Freytag von der Führungs-Akademie moderiert. Dieses Gremium hat mehrmals getagt und ein Konzept erarbeitet. Zugleich gab es zwei Regionalkonferenzen Nord und Süd, in welche die Landesverbände miteinbezogen wurden. Das war sehr positiv, denn gerade auf den Regionalkonferenzen wurde von allen Beteiligten sehr gut diskutiert.

 

Wie sehen die Veränderungsvorschläge aus?

 

Theodor Zühlsdorf: Die Entkoppelung der Vernetzung in den Ausschüssen ist ein wichtiger Aspekt der Umstrukturierung. Die Führungs-Akademie hatte uns vorgelegt, welche Entzerrungsmöglichkeiten es gibt. Wir hatten zu viele Ausschüsse, so dass viele Mitglieder in mehreren Ausschüssen tätig waren und die Effektivität verloren ging.

Zugleich wollen wir die Effizienz der Führungsebene durch einen geschäftsführendes Präsidium erhöhen.

 

Auf dem Verbandstag im Oktober 2005 wurde über die Vorschläge abgestimmt. Wie war die Resonanz der Verbandmitglieder? Konnten Änderungen in die Wege geleitet werden?

 

Theodor Zühlsdorf: Das Echo war sehr positiv. Dies hat uns bestätigt, dass es eine gute Entscheidung war, mit den Regionalkonferenzen Süd und Nord die Landesverbände frühzeitig in die Diskussion mit einzubeziehen. Auf dem Verbandstag gab es kaum personelle Diskussionen – auch das war sehr positiv.

 

Im Januar 2006 soll der Prozess der Umstrukturierung fortgesetzt werden. Welche Themen stehen dann im Mittelpunkt?

 

Theodor Zühlsdorf: Unser Ziel ist, in zwei Jahren auf einem außerordentlichen Verbandstag die Neuausrichtung des geschäftsführenden Präsidiums zu verabschieden. Jetzt am Anfang wollten wir den Verbandstag nicht überfrachten. Wir werden mit dem gleichen System und der Führungs-Akademie weiterarbeiten und die noch offenen Punkte diskutieren. Die Arbeit in der Struktur- und Strategiekommission mit der Weiterführung in den Landesverbänden hat sich bewährt.