Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

Nachrichten - Details

24. Juni 2008

Projektarbeit lohnt sich – auch im Sport

Ein Verband setzt Zeichen

Immer wieder wird behauptet: Im Sport kann es, anders als in der Wirtschaft, kein Projektmanagement geben, dort ist alles anders. Diese Aussage ist falsch. Der Deutsche Alpenverein, nach eigenem Bekunden „größter Bergsportverband der Welt“, hat es gewagt, standardisiertes Projektmanagement bei sich verbindlich und dauerhaft einzuführen, obwohl in der Organisation des Sports manches anders ist.

 

Als flexibles Führungsinstrument ist Projektmanagement wertvoll und nutzbringend, wenn es der Führung gelingt, einen langen Atem zu haben, und wenn engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Boot sind, die an Innovationen interessiert sind. Im Alpenverein haben die Führungskräfte erkannt: Eine nur statische, hierarchische und lineare Organisation von Dienstleistungen ist den heutigen Anforderungen an Non Profit Organisationen nicht mehr gewachsen. Damit stellt sich Projektmanagement als Verbindung zwischen strategischer Entwicklung und Organisationsentwicklung dar.

 

Der Alpenverein ist eine ebenso moderne wie traditionsbewusste Organisation, die sich dynamisch entwickelt. Allein im Zeitraum von 1979 bis heute ist die Zahl der Mitglieder um 100 Prozent auf jetzt 750.000 Personen gewachsen.

Umso notwendiger sind Flexibilität und ergebnisorientiertes Arbeiten. Hier greift Projektmanagement ein: Zur Bearbeitung komplexer Handlungsfelder möchte der Alpenverein die wachstumsorientierte Organisationsentwicklung mit einheitlichem Projektmanagement verbinden. In einem 1-jährigen Prozess hat er die organisationsspezifischen Grundlagen für eine Einführung in die standardisierte Projektarbeit geschaffen; dies stand unter der Federführung der Führungs-Akademie des DOSB.

 

Bei dem Implementierungsprozess geht es nicht nur um die Einführung und Übernahme theoretischer Vorgaben und Konstrukte, sondern vor allem um gemeinsam erarbeitete Vorstellungen und Absprachen darüber, wie Projektarbeit im Deutschen Alpenverein ablaufen soll. Dabei haben ausgewählte Führungskräfte mit Mitarbeitern in einer Arbeitsgruppe gemeinsame Vorstellungen zu einem auf die Geschäftsstelle zugeschnittenen Projektleitfaden verdichtet, der Grundlage jedes definierten und durchgeführten Projektes ist.

 

In einem zweiten Schritt wird zur Zeit eine sorgfältige Verankerung in die Organisationsabläufe vorgenommen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, keine fertigen PM-Verfahren zu übernehmen, sondern gemeinsam alle Schritte zu erarbeiten“, äußert der Geschäftsführer des Deutschen Alpenvereins Thomas Urban. Dies sei auch ein Beitrag zu einer längerfristigen Projektkultur.

 

Elke Eichler, erfahrene Prozessbegleiterin aus dem Beraterpool der Führungs-Akademie, begleitet diesen Entwicklungsprozess beim DAV und unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Führungskräfte „on the job“, d.h. in der konkreten Projektarbeit. In einem 1-jährigen Implementierungsprozess werden die entwickelten Verfahren getestet und sind einheitliche wie verbindliche Geschäftsgrundlage für die Bearbeitung komplexer, bereichs-übergreifender und befristeter Themen, seien dies u.a. nun die Planung und Durchführung von Kongressen, die Erstellung von Konzeptionen für unterschiedliche Dienstleistungen, Organisationsprojekte, EDV-Projekte, Medien- und Kommunikationsprojekte. Begleitende Trainings für die aktuellen und zukünftigen Projektleiter und -leiterinnen im DAV fördern die Kompetenzen in der Umsetzung.

 

 

„Ein gelungenes standardisiertes Projektmanagement bedeutet auf Dauer: verbesserte strategische Führung, Einsparung von Zeit und Kosten, Entlastung von Führungskräften, optimale Zusammenführung unterschiedlicher Kompetenzen aus unterschiedlichen Organisationsbereichen und ein absolut ergebnisorientiertes Arbeiten“, so Elke Eichler. Das sollte auch im Sport von Interesse sein!

 

Die Führungs-Akademie hat sich mit diesem Pilotprojekt Kompetenzen erworben, die auch für andere Sportverbände nutzbar sind. Interessant wäre auch, wenn sich zwei oder drei Sportorganisationen zu einem solchen Prozess zusammenschließen oder standardisiertes Projektmanagement länderübergreifend stattfinden könnte.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

 

Dann setzen Sie sich mit uns in Verbindung: Gabriele Freytag, freytag@fuehrungs-akademie.de, Tel. 0221 / 221 275 91.