Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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27. Juni 2018

180 Tage im Amt des Direktors der Führungs-Akademie: Florian Scheibe im Interview

Ein halbes Jahr ist bereits vergangen, seitdem Florian Scheibe das Amt des Direktors der Führungs-Akademie übernahm. Was hat sich dadurch geändert und wie ist das Team der FA aufgestellt? Mit diesem Interview möchten wir unseren Leserinnen und Lesern einen Einblick in die letzten 180 Tage geben und Florian Scheibe in seiner neuen Rolle vorstellen.

 

RED.: Herr Scheibe, seit dem 01.10.2015 sind Sie an der Führungs-Akademie und haben seit dem 01. Januar 2018 die Leitung der Führungs-Akademie übernommen. Die erste Jahreshälfte ist nun vorbei, was hat sich für Sie persönlich verändert?

F. Scheibe: Die Aufgaben sind deutlich vielfältiger geworden und die Verantwortung für die Organisation ist natürlich gestiegen. Bisher war ich an der Führungs-Akademie in operativen Rollen tätig, als Trainer und Dozent im Geschäftsbereich Weiterbildung oder als Berater und Moderator in den Geschäftsfeldern Beratung und Forum & Wissenschaft. Dazu kommt nun die Führungsrolle innerhalb der Organisation, mit dem Führen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Integration neuer Kolleginnen und Kollegen an der Führungs-Akademie und der damit einhergehenden Weiterentwicklung von Strukturen, Abläufen und Aufgabenzuschnitten im Team.

 

RED.: Seit dem Wechsel von Veronika Rücker und Dr. Daniel Illmer zum Deutschen Olympischen Sportbund haben sich u.a. in der Aufstellung des FA-Teams einige Neuerungen ergeben. Wie sieht die aktuelle Besetzung aus?

F. Scheibe: Momentan sind 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Führungs-Akademie beschäftigt. Seit Jahresbeginn läuft der Prozess der personellen Neuaufstellung, der noch bis zum Herbst andauern wird. Die stellvertretende Führung der FA übernimmt seit Mai dieses Jahres Stefanie Lauterbach, die zudem seit März das Geschäftsfeld Beratung leitet. Mit ihrem sportwissenschaftlichen Hintergrund und ihrer langjährigen Expertise als Trainerin und Beraterin in der systemischen Personal- und Organisationsentwicklung bringt sie neue Perspektiven aus unterschiedlichen Branchen mit ein. Ihre Schwerpunkte sind u.a. die Begleitung von Veränderungsprozessen und die Teamentwicklung.

Dennis Baufeld, der Ende 2017 als Trainee an der FA startete, bekleidet seit Juni die Stelle des neuen wissenschaftlichen Referenten. In seiner Traineezeit wurde er auf seine zukünftige Trainer- und Beraterrolle vorbereitet und freut sich auf die Herausforderung und Chance der Weiterentwicklung an der FA. Im Juli erfolgt die Nachbesetzung der Traineestelle durch Tim Birnbrich.

Des Weiteren erfolgte eine Umstrukturierung im Back-Office, sodass auch dort eine Neuverteilung der Aufgaben in den Geschäftsbereichen stattfand, um die Vertretung untereinander und die Unterstützung für die Referentinnen und Referenten besser leisten zu können.

Insofern erleben wir insgesamt durch die personellen und damit verbundenen leichten strukturellen Veränderungen, was es bedeutet einen Veränderungsprozess in der eigenen Organisation umzusetzen und diesen nicht nur in unseren Mitgliedsorganisationen in beratender Funktion zu begleiten.

 

RED.: Ergeben sich durch die zuvor beschriebenen Änderungen im Personalbereich auch Neuerungen bezüglich der Bereiche Weiterbildung, Beratung und Forum & Wissenschaft?

F. Scheibe: Zunächst sind wir innerhalb der einzelnen Geschäftsfelder inhaltlich und thematisch sehr gut aufgestellt, auch dank der Arbeit der letzten Direktorinnen und ihrer Teams, die diese maßgeblich in Hinblick auf die Bedarfe der Mitgliedsorganisationen gestalteten. Mit dem neu formierten FA-Team wollen wir die gute Arbeit fortzusetzen und gleichzeitig neue Impulse setzen. Dazu greifen wir die Veränderungen in der Verbandslandschaft auf, die sich beispielsweise aus der Leistungssportreform, der Weiterentwicklung von Organisationsstrukturen unserer Mitgliedsorganisationen oder aus dem Thema der Digitalisierung ergeben. 

 

RED.: Haben Sie konkrete Themen im Blick, die aus Sicht der Führungs-Akademie für die Verbände in den nächsten Jahren eine besonders hohe Relevanz haben? 

F. Scheibe: Durch die vielen Veränderungen im Umfeld der Sportverbände werden viele Facetten der Organisationsentwicklung und der Personalentwicklung in den nächsten Jahren eine große Relevanz für unsere Mitgliedsorganisationen haben. Dazu zählen beispielsweise Veränderungsmanagement ganz allgemein, die Qualifizierung und Entwicklung von Führungskräften, die Gestaltung von Zukunftsthemen, die Weiterentwicklung von Gremienstrukturen und die Etablierung effizienter und effektiver Geschäftsstellen.

 

RED.: Die zuvor erwähnten Themen lassen sich teilweise auch im Programm des diesjährigen Sportverbändeforums wiederfinden. Dieses wurde am 26./27. April von der Führungs-Akademie mit dem Titel „Veränderung managen – Zukunft gestalten“ ausgerichtet. Wie lautet Ihr Fazit zu der zweiten Auflage dieser Forumsveranstaltung?   

F. Scheibe: Die ersten Rückmeldungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, dass wir mit den ausgewählten Themen am Puls der Zeit waren. Das Verbändeforum blickte facettenreich auf Veränderungsprozesse in Organisationen und auf die inhaltliche Gestaltung der Zukunft in Verbänden. Das schlanke Format aus Impulsvorträgen und verschiedenen Foren mit Workshopcharakter bot eine gute Auswahlmöglichkeit und wurde mit authentischen Referentinnen und Referenten praxisorientiert umgesetzt. Zusätzlich wurde eine Plattform mit genügend Raum für einen Austausch abseits der üblichen Veranstaltungen geschaffen. 

Die Kombination aus Vernetzung, Austausch und inhaltlichen Impulsen aus Wirtschaft und Sport macht das Verbändeforum zu einem mittlerweile etablierten und wichtigen Format in der Verbandslandschaft.

 

RED.: Blicken wir noch mal auf Ihre Anfänge zurück: Was hat Sie 2015 bewogen, sich bei der Führungs-Akademie zu bewerben?

F. Scheibe: Sport spielt in meinem Leben eine große Rolle, sei es als aktiver Sportler oder als Fan. Als ich in meiner letzten beruflichen Funktion in der Wirtschaft den deutschen Spitzensport im Rahmen von Projekten zur Förderung der dualen Karriere und der Trainerfortbildung kennenlernte, reifte bei mir der Wunsch, mich auch beruflich im Sport engagieren zu wollen.  

Als Trainer und Berater habe ich die Möglichkeit Impulse zu setzen und Sportverbände in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Es ist für mich eine große Freude, Bereicherung und Ansporn.

 

RED.: Wie sieht es mit Ihrer eigenen sportlichen Karriere aus, bleibt noch genügend Zeit für sportliche Aktivitäten?

F. Scheibe: Das kommt momentan leider etwas zu kurz aufgrund der neuen Funktion und der Fülle an Aufgaben. Ich packe meine Laufschuhe auf Dienstreisen ein und manchmal auch aus und bin gelegentlich in der Fußballhalle oder auf dem Badmintonplatz anzutreffen. Vielmehr fordert mich allerdings die Begleitung meiner sportlichen Kinder in ihren Vereinen. Somit stehe ich meistens doch eher am Spielfeldrand und fiebere als Vater bei meinen Kindern mit. 

 

RED.: Welche konkreten Herausforderungen stehen bis Ende des Jahres und im nächsten Jahr für die Führungs-Akademie an?

F. Scheibe: Das laufende Jahr ist ein Jahr des Wandels an der FA und der Fokus für den weiteren Verlauf liegt in der Etablierung des neuen FA-Teams, sodass wir gut aufgestellt sind und unsere Mitgliedsorganisationen weiterhin kompetent in ihrer Arbeit unterstützen.

Der zweite Fokus liegt auf der Weiterentwicklung unserer Angebote. Dabei liegt in den nächsten Monaten ein Schwerpunkt in der Gestaltung unseres nächsten Jahresprogramms. Wir wollen ein passendes Weiterbildungsangebot für unsere Mitgliedsorganisationen zusammenzustellen, das neben den bewährten Themen auch neue Inhalte und Formate präsentiert.

 

RED.: Vielen Dank für das Interview, Herr Scheibe!