Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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23. September 2013

Werkstattbericht - RÜCKBLICK: Aktivitäten der FA im ersten Halbjahr 2013

Ein Sommer mit vielen sportlichen Höhepunkten und Wettkämpfen neigt sich dem Ende und wegweisende Entscheidungen in Buenos Aires beim IOC stehen an. Wir wollen vor dem Start in einen „heißen“ Herbst die Gelegenheit nutzen und mit einem Werkstattbericht Einblick geben, welche Themen unsere Mitgliedsorganisationen in diesem Jahr bislang bewegt haben und womit wir uns in unseren drei Geschäftsfeldern aktuell beschäftigen.

WEITERBILDUNG

Unter dem Titel ‚Leading League‘ wird in diesem Jahr erstmals an der FA eine dreiteilige Reihe zum Themenfeld „Führung“ angeboten. Die Qualifizierungsmaßnahme beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven – „Veränderung“, „Kommunikation“ und „Motivation“. Ein Großteil der Teilnehmer hat den Nutzen erkannt, den eine Qualifizierungsreihe über einen längeren Zeitraum bietet und sich direkt für alle Module angemeldet. Führung wird zunehmend verstanden als Einbinden, Moderieren und Orientieren und ist mit der Fähigkeit verbunden, Vertrauen zu schaffen, Veränderungen anzustoßen und Leistungen würdigen zu können.

Weiterhin große Anziehungskraft besitzen aber nicht nur neue Formate, sondern auch bewährte Themen. Dazu zählen insbesondere „Fit für den Vorstand“, das (wie schon im letzten Jahr) auch 2013 drei Mal angeboten wird, „Zeit und Selbstmanagement“ ebenso wie die Datenschutzseminare. Große Resonanz gab es auch für „Fit für Sportmanagement“, das im Rahmen der Führungstalente-Camps des DOSB durchgeführt wurde. Dabei führten Gabriele Freytag und Veronika Rücker als Referentinnen der Führungs-Akademie die interessierten Teilnehmerinnen in die Hintergründe strategischer Planungsprozesse ein, ließen sie die aktuellen Umfeld- und Marktveränderungen erkennen und die Managementqualitäten ihrer eigenen Sportorganisation reflektieren.

Die Seminare der Führungs-Akademie in verschiedene Regionen zu bringen hat sich auch in diesem Jahr bewährt. In Kooperation mit den jeweiligen Landessportbünden wurden in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterschiedliche Themen für Vereine und Verbände angeboten, die nicht nur Teilnehmer aus den jeweiligen Bundesländern nutzten. So konnten zahlreiche neue Teilnehmer(innen) gewonnen werden, für die der Weg nach Köln bislang zu aufwändig war und die dennoch von den Erfahrungen und dem Know-how der FA profitieren wollten.

Das Führungskräfteprogramm für Vereinsberater(innen) der KSB/SSB im LSB Thüringen ist Mitte Mai gestartet und wird in vier Modulen zeitgemäßes Management im KSB/SSB zum Thema haben. Das Programm wurde gemeinsam mit Vereinsberater(innen) der KSB/SSB entwickelt, um die spezifischen Anforderungen und Fragestellungen aufzugreifen. Der LSB Thüringen geht mit diesem Angebot für seine Vereinsberater(innen) einen weiteren konsequenten Schritt bei der Umsetzung seines Verbandskonzeptes und bindet die KSB/SSB als regionale Gliederungen des LSB in die Entwicklungsprozesse mit ein.

Die bereits im Jahr 2008 gestartete Fortbildungsreihe für Geschäftsführer(innen) der Landes- und Regionalverbände im Deutschen Handball-Bund wurde Anfang Juni mit dem letzten Modul zum Thema „Selbst- und Zeitmanagement“ erfolgreich fortgesetzt und abgeschlossen. Weitere Inhouse-Seminare fanden u.a. statt beim LSB Berlin (Praxisworkshop Projektmanagement), LSB Sachsen (Führung und Kommunikation) sowie bei der FN (Konstruktive Gesprächsführung).

 

 

BERATUNG

Bei den Beratungen lag der Schwerpunkt im ersten Halbjahr auf Strategie-entwicklungsprojekten. So setzt sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung in ihrem Projekt „FN 2020“ aktuell sehr intensiv mit ihrer zukünftigen strategischen Ausrichtung auseinander. Auch der Westfälische Tennisverband hat Handlungsbedarf erkannt und will sich strategisch und strukturell zukunftsfähig aufstellen. Neue Ziele und grundsätzliche Ausrichtungsfragen wurden auch im DOSB-Programm Integration durch Sport erarbeitet. Die Führungs-Akademie begleitet die Programmverantwortlichen mittlerweile schon über einen längeren Zeitraum und konnte so dazu beitragen, die breite Akzeptanz des Programms langfristig zu sichern.

Auch der Radsportverband NRW hat mit seinem Projekt STEIN einen Organisationsentwicklungsprozess in Angriff genommen, bei dem sowohl die finanzielle Ausrichtung des Verbandes, als auch strategische und strukturelle Fragestellungen im Mittelpunkt des umfangreichen Prozesses stehen.
Fragen der zukünftigen Führungs- und Gremienstruktur beschäftigen das Präsidium des LSB Niedersachsen. Die Entwicklung des LSB Niedersachsen in den letzten Jahren hin zu einer Organisation, die das Volumen und die Komplexität eines mittelständischen Unternehmens erreicht hat, stellt hohe Anforderungen an die Verbandsführung und ist mit entsprechender Haftung und Verantwortung verbunden. Wie diese auf den ehrenamtlichen wie hauptberuflichen Schultern so verteilt werden kann, das beide Rollen gut ausgefüllt werden können und leistbar bleiben, ist eine der Fragen, mit denen sich die Projektgruppe derzeit auseinandersetzt.

Keine ganz leichte Aufgabe stellte sich für die Führungs-Akademie mit Projekten zu Organisationsanalysen und Organisationsmodellen von Olympiastützpunkten. Die gute Arbeit, die in den OSP geleistet wird, gilt es zu sichern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den modernen Spitzensport weiter. Dies erfordert eine konsequente leistungssportliche Steuerung mit Blick auf deutsche Olympiamannschaften und einen möglichst effizienten Einsatz der vorhandenen Mittel ohne dabei das Ganze aus den Augen zu verlieren. Wenige Gremien mit den relevanten Stakeholdern und den hauptberuflichen Entscheidungsträgern besetzt, die zeitnahe Entscheidungen ermöglichen, sind dafür eine Voraussetzung. Die Analysen und Modellvorschläge im Ergebnisbericht der FA haben für die Verantwortlichen die notwendigen Grundlagen für weitere Entscheidungen geliefert.

Ein weiterer Baustein bei den Beratungsangeboten der FA ist die Moderation von Klausurworkshops von Präsidien der Verbände (z. B. beim Deutschen Ruderverband, beim Golfverband Schleswig-Holstein und beim LSB Rheinland-Pfalz). Es zeigt sich dabei immer wieder, dass sich eine externe Moderation, die den Diskussionsprozess strukturiert und Anregungen und Empfehlungen einbringen kann, für die Verbände ausgesprochen hilfreich ist.

 

 

FORUM UND WISSENSCHAFT

Im Bereich Forum und Wissenschaft stieß die diesjährige Themenkonferenz „Kompetenz und Kompetenzmessung“ auf sehr große Resonanz, die wieder in Kooperation mit dem DOSB durchgeführt wurde. Leitfragen dazu waren: Was sind eigentlich Kompetenzen? Und wie lassen sich Kompetenzen bei Menschen feststellen und messen? Dazu wurden zunächst eine grundsätzliche Beschreibung und Einordnung des Kompetenzbegriffs vorgenommen und im Anschluss zwei zentrale und unterschiedliche Bereiche von Kompetenzfeststellung erläutert und beschrieben. Die Vorträge dazu sind auf der Website der Führungs-Akademie zum Download bereit gestellt.

Weiter gefragt war die FA für die Unterstützung bei Tagungen und Kongressen, sei es für die konzeptionelle Beratung (Sportkongress Schleswig-Holstein) oder für Vorträge (Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen beim Landeskanuverband Bremen oder beim Saarländischen Tennis-Verband) – um nur einige zu nennen.

Für das Projekt der Deutschen Reiterlichen Vereinigung „Vorreiter Deutschland“ hat die FA die Evaluation übernommen. Hier wird beleuchtet, welche konkreten Effekte durch das groß angelegte Projekt der FN mit dem Ziel, die Mitgliederzahlen in den Vereinen und Betrieben positiv zu beeinflussen und mehr Betriebe für die Mitgliedschaft bei der FN zu gewinnen, erreicht werden konnten.

Das zweite EU-Projekt „Sport4GoodGovernance“ (S4GG) wurde mit einer „Final Conference“ in Brüssel Ende Juni einen erfolgreich abgeschlossen. Die Führungs-Akademie war im Rahmen des Projektes federführend für die Entwicklung eines „Educational Toolkit“ mit umfangreichen Materialien zuständig. Gemeinsam mit dem DOSB steht nun an, das Thema beim DOSB, aber auch bei den Mitgliedsorganisationen weiter voran zu bringen. Unter Einbindung von Transparency International soll ein Muster-Ethik-Code und Verhaltensrichtlinien entwickelt werden. Zudem wird es auch für die Mitgliedsorganisationen ein angepasstes Toolkit zur Unterstützung bei der Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen geben., das Verbänden dabei helfen soll, sich mit dem Thema der „Guten Verbandsführung“ auseinanderzusetzen. Den inhaltlichen Orientierungsmaßstab dafür lieferten die „Basic Universal Priniciples of Good Governance“ des IOC, für deren Umsetzung sich das IOC bei den Sportverbänden stark macht.

 

 

MITGLIEDERSERVICE

Handbuch Bildungsmanagement im organisierten Sport

Nach dem inzwischen in zweiter Auflage aufgelegten Handbuch Verbandssicherung („Den guten Seemann erkennt man bei schlechtem Wetter“) konnte die Führungs-Akademie Anfang dieses Jahres ihr zweites Handbuch zur Unterstützung der Verbandsarbeit vorlegen. Das gemeinsam mit dem Institut für Bildungsmanagement der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg herausgegebene „Handbuch Bildungsmanagement im organisierten Sport“ zielt vor allem darauf ab, Bildungsreferent(inn)en, Weiterbildungsverantwortliche, Personalentwickler(innen) und Verbandsvertreter(innen) in den Vereinen und Verbänden in ihrer Arbeit zu unterstützen. Mit einem Blick auf die aktuellen Herausforderungen der Bildungsarbeit im Sport schaffen die Autoren des Handbuchs, Ulrich Iberer, Gabriele Freytag und Ulrich Müller, einen konzeptionellen Rahmen für das Bildungsmanagement, erläutern die zentralen Zusammenhänge und geben erste Handlungsanleitungen für typische Aufgabenbereiche.

 

 

Datenschutzplattform

Seit die Führungs-Akademie 2009 mit einem ersten Grundlagenseminar das Thema Datenschutz im Sport ins Programm aufgenommen hat, wurden neben Grundlagenveranstaltungen für Geschäftsführer(innen) und Vorstandsmitglieder inzwischen über 130 Kursteilnehmer(innen) als interne Datenschutzbeauftragte qualifiziert. Um insbesondere den Datenschutzbeauftragten in den Sportverbänden und –vereinen ein Instrumentarium an die Hand zu geben, mit dem sie das erworbene Wissen auf dem aktuellen Stand halten und sich zugleich untereinander austauschen können, hat die Führungs-Akademie Anfang des Jahres in Kooperation mit der Sachverständigenbürogemeinschaft Mülot:Graf eine Online Datenschutzplattform ins Netz gestellt. Das Angebot, das inzwischen bereits von über 50 Datenschutzbeauftragten genutzt wird, soll mit den zur Verfügung stehenden Dokumenten, den Checklisten, Mustervorlagen und Schulungsunterlagen, mit einem Live-Chat für aktuelle Fragen und einem monatlichen Info-Brief vor allem dazu beitragen, praktische Lösungen für die Umsetzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen im Sport zu finden.

 

 

Rechtstelegramm für die Vereins- und Verbandsarbeit

Mit inzwischen über 200 Abonnent(inn)en hat sich das ‚Rechtstelegramm‘ seit der ersten Ausgabe im September 2010 zu einer festen Größe im Angebot der Führungs-Akademie entwickelt. Mit vier Ausgaben im Jahr informiert das von Stefan Wagner inhaltlich betreute ‚Rechtstelegramm‘ seine Leser(innen) über neue Entwicklungen im Sportrecht. Das ‚Rechtstelegramm‘ konzentriert sich dabei auf die Aktivitäten des Gesetzgebers, stellt Gesetzesänderungen vor, die Auswirkungen auf die Verbands- und Vereinsarbeit haben und informiert über neue Gesetze, Gesetzgebungsvorhaben und Verwaltungsanweisungen, deren Kenntnis für die tägliche Arbeit im Sport unabdingbar geworden ist. Der Nutzen des ‚Rechtstelegramms‘ liegt dabei nicht allein in der Vorstellung neuer gesetzlicher Regelungen, sondern vor allem auch in der kommentierenden Erläuterung Ihrer Konsequenzen für die Sportvereine und –verbände. Gerade sie ermöglichen es den Abonnent(inn)en, die Auswirkungen auf den eigenen Verein / Verband rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Einen Überblick über alle in den bisherigen Ausgaben veröffentlichten Themen finden Sie hier: ['Rechtstelegramm': Übersicht alle Themen - alle Ausgaben]