Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes
30. Juni 2014

Im Gespräch: Robert Hampe, Präsident des Westfälischen Tennis-Verbandes zum Zukunftskonzept des Verbandes "WTV 2020"

RED.: Der WTV hat sich Anfang letzten Jahres entschieden, unter dem Titel „WTV 2020“ ein Zukunftskonzept zu erarbeiten. Was waren die ausschlaggebenden Gründe hierfür und wer hat diese Entscheidung getroffen?

R. Hampe: Obwohl unser Verband grundsätzlich gut aufgestellt ist, haben wir uns im Präsidium die Frage gestellt, ob die derzeitige Struktur auch für die Zukunft zeitgemäß ist. In einer sich anschließenden Klausurtagung mit den verantwortlichen Funktionären aus den Kreisen und Bezirken sprachen sich die unterschiedlichen WTV-Gremien für einen Veränderungs- und Entwicklungsprozess aus.

RED.: Worum geht es in diesem Veränderungsprozess? Was sind die zentralen Ziele?

R. Hampe: Zum einen geht es um die strategischen Ziele des Verbandes, d.h. welche Schwerpunktthemen stehen für die Zukunft des Verbandes im Mittelpunkt. Hier geht es um Themen wie: Kinder- und Jugendsport, den Nachwuchsleistungssport, die Sportentwicklung, Mannschafts- und Turniersport, die Vereinsentwicklung, aber auch um sich verändernde Entwicklungen in der Schulpolitik oder den demografischen Wandel.

Zum anderen haben sich in der Vergangenheit in unseren Kreisen und Bezirken z.T. unterschiedliche Strukturen und Regelwerke entwickelt. Hier gilt es, dies zu vereinheitlichen und vor allem zu optimieren - immer mit dem Ziel, für unsere Mitgliedsvereine bestmögliche Bedingungen zu schaffen, unabhängig davon, ob ich meinen Tennissport in Greven, Siegen, Dortmund oder Bielefeld ausübe.

RED.: Der Prozess wurde vor einem Jahr gestartet. Sind Sie heute da, wo Sie sein möchten?

R. Hampe: Unser ehrgeiziges Ziel war es, innerhalb von zwei Jahren, d.h. bis zu unserem Verbandstag im Februar 2015, konkrete Ergebnisse aufzuzeigen und den Verband bis zum Jahre 2020 zukunftsfähig aufzustellen. Ich denke, dass durch das erarbeitete Strategiekonzept und das parallel verlaufende Strukturkonzept viele Dinge deutlich geworden sind, so dass wir Anfang des nächsten Jahres die geplante Neuausrichtung des Verbandes vorstellen können.

RED.: Gab es im Prozessverlauf Überraschungen, die Sie selber nicht erwartet hätten?

R. Hampe: Sicherlich hat man zu Beginn des Prozesses bereits die eine oder andere Idee im Kopf, in welche Richtung das Projekt steuern könnte, ich musste dann aber gelegentlich feststellen, dass durch die detaillierte Aufarbeitung der Ist-Situation im Verband andere Lösungen zielorientierter waren. Die Bildung einer Lenkungs- und einer Projektgruppe mit den unterschiedlichen Funktionsträgern aus den Vereinen, Kreisen und Bezirken war dabei von großem Vorteil, da in den zahlreichen Sitzungen und Diskussionen immer auch andere Blickwinkel und Interessen deutlich wurden.
 
RED.: D.h. die Einbindung von zentralen Personen in den Prozess sowie der Informationsfluss waren von Beginn an gewährleistet?

R. Hampe: Entscheidend, war von Anfang an einen demokratischen Prozess sicherzustellen. Nach der bereits erwähnten ersten Klausurtagung mit den Kreis- und Bezirksfunktionären wurden im Anschluss eine Lenkungsgruppe und eine Projektgruppe gebildet, in welchen neben Mitgliedern des WTV-Präsidiums und der Geschäftsstelle auch Funktionäre aus Vereinen, Kreisen und Bezirken beteiligt waren. Aktuell finden zusätzliche ´Expertensitzungen` statt, um unsere wichtigsten Handlungsfelder gezielt zu hinterfragen. Des Weiteren haben wir über den Fortschritt des Projektes auf dem Verbandstag, bei unterschiedlichen Sitzungen oder in Interviews berichtet und diskutiert.

RED.: Sie haben sich für eine externe Unterstützung des Prozesses durch die Führungs-Akademie entschieden. Welche Gründe sprachen für eine externe Begleitung?

R. Hampe: Für den WTV ist dieses Projekt eine riesige Herausforderung.
Um letztendlich eine erfolgreiche Umsetzung zu erzielen, wollten wir unbedingt Experten zu diesem Thema einbinden. Die Führungs-Akademie als zentrale Einrichtung des DOSB bietet mit ihren umfangreichen Kenntnissen über den organisierten Sport in Deutschland optimale Bedingungen für eine kompetente und erfolgreiche Beratung. Außerdem ist ein so großes Vorhaben nicht ausschließlich durch die limitierte zeitliche Verfügbarkeit der ehrenamtlichen Funktionsträger und des hauptamtlichen Personals zu leisten. Bereits jetzt gilt mein Dank allen, die sich aktiv an dem Prozessverlauf beteiligt haben.