Forum der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

FACHTAGUNG: Aufgabe Ehrenamtsförderung: Perspektiven, Ansätze, Beispiele

Foto: Andrea Bowinkelmann

Am 13. November 2012 veranstaltete der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit der Führungs-Akademie und mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Fachtagung zum Thema "Aufgabe Ehrenamtsförderung: Perspektiven, Ansätze, Beispiele". Insgesamt 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den DOSB Mitgliedsorganisationen und weiteren Partnerorganisationen des dritten Sektors nahmen an der Veranstaltung im Maternushaus des Erzbistums in Köln teil.

 

Prof. Dr. Sebastian Braun, Humboldt-Universität zu Berlin

Engagement-Management im Sportverein: Bindung und Gewinnung von Ehrenamtlichen und Freiwilligen 

 

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Dr. Dirk Steinbach, Führungs-Akademie

 

Freiwilligen-Management im Sport. Ein Orientierungsrahmen.

 

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In den Workshops am Nachmittag wurde das Rahmenmodell aufgegriffen und den Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit geboten, aktuelle Konzepte der systematischen Ehrenamtsförderung sowohl aus dem Bereich des Sports, als auch aus den Arbeitsbereichen der Wohlfahrtsverbände, Kirchen und gemeinnützigen Organisationen kennenzulernen. In Anlehnung an den vorgestellten Lebenszyklus des freiwilligen Engagements wurden folgende Workshops durchgeführt.

  • Vorbereitung: Organisationskultur, Bedarfsplanung, Ansprache und Gewinnung
  • Einstieg: Orientierung, Aus- und Weiterbildung, Mentoring
  • Bindung: Entlastung, Belohnung und Entwicklungsperspektiven
  • Abschied: Anerkennung, Kompetenznachweise, Nachfolgemanagemen

Um den Austausch der Institutionen untereinander zu fördern waren die Workshops so gestaltet, dass jeweils ein Praxisbeispiel aus dem Sport sowie ein Ansatz aus einer Organisation außerhalb des Sports durch Impulsreferate vorgestellt wurden. Im Anschluss wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten einer systematischen Ehrenamtsförderung herausgearbeitet und bezogen auf das jeweilige Workshopthema gemeinsam erörtert.

In der abschließenden Zusammenfassung der Ergebnisse wurde insgesamt deutlich, wie wichtig eine gezielte Ehrenamtsförderung in den zivilgesellschaftlichen Organisationen ist und welche Bedeutung der berühmte "Blick über den Tellerrand hinaus" für das gemeinsame Verständnis und Lernen sein kann.

Für die Strukturen des Sports wird es zukünftig von Bedeutung sein, die Ideen einer systematischen Ehrenamtsförderung weiterzuentwickeln, sich bewusst für eine Strategie zu entscheiden und die vorgestellten Elemente auf Verbands- und Vereinsebene umzusetzen. Die Fortführung des Dialogs und die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen der Zivilgesellschaft erweist sich dabei als guter Weg, diesem Ziel näher zum kommen.

Wir danken allen Referenten, Moderatoren und Teilnehmern für fachlichen Input sowie regen Informationsaustausch und freuen uns über die außerordentlich positive Resonanz, die wir von vielen Seiten erfahren haben.

 

 

Workshop 1 Vorbereitung: Organisationskultur, Bedarfsplanung, Ansprache und Gewinnung

Organisationskultur: Die beste Vorbereitung auf die nachhaltige Förderung des Ehrenamts und ein erfolgreiches Freiwilligen-Management ist, sich im Verein gemeinsam dafür zu entscheiden. Gleichwohl reicht der Beschluss alleine für die Entwicklung einer positiven Organisationskultur nicht aus - sie muss von allen getragen und gelebt werden. Wie heißen Sie freiwilliges Engagement willkommen, und woran erkennt ein Freiwilliger, dass sein Engagement in ihrer Organisation gewollt ist?

Bedarfsplanung: Bedarfsplanung klingt bürokratisch. Sie legt aber ganz praxisorientiert und zu Beginn den Grundstein dafür, dass Sie später auch den Freiwilligen finden der zu Ihnen passt und jene Anforderungen berücksichtigen, die freiwilliges Engagement mit sich bringt. Das heißt, ihre Organisation vermag genau zu sagen welche Kompetenzen und wie viel an Unterstützung sie benötigt, um Aufgaben von heute zu erledigen und Ziele von morgen zu erreichen. Wie ist solch eine Bedarfsplanung aufgebaut, welchen Kriterien sollte sie entsprechen, wie vermeidet man Interessenskonflikte und was steht am Ende der Analyse?

Ansprache und Gewinnung: Ihre Organisation begrüßt freiwilliges Engagement in allen Facetten, sie haben den Bedarf an Unterstützung analysiert - und nun? Suchen, finden, und für das ehrenamtliche Engagement in ihrer Organisation gewinnen! Liest sich einfach, kann durchaus schwierig sein. Denn es gilt Erwartungen, Anforderungen und Ressourcen des Vereins und des potentiellen Freiwilligen aufeinander abzustimmen. Vorausgesetzt, ein Kandidat ist gefunden. Zudem gibt es die eine oder andere Besonderheit, welche die Ansprache und Gewinnung von Freiwilligen im Sport speziell macht – nur was ist es, was da beachtet werden muss?

 

Moderation: Veronika Rücker, Führungs-Akademie

 

Ulla Eberhard,

Kölner Freiwilligenagentur

 

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Marco Lutz

Linden Dudes

 

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Workshop 2 Einstieg: Orientierung, Aus- und Weiterbildung, Mentoring

Orientierung / Mentoring: Eine begleitende Orien­tierung erleichtert es Freiwilligen, sich in anfangs unbekannter Umgebung einzufinden und mit der Aufgabe vertraut zu machen - zum Beispiel mit Mentoring, Shadowing oder einem Buddy System. Je schneller das gelingt, umso sicherer fühlt sich der Neue in seinem Engagement, umso stärker wächst die emotionale Bindung zum Verein. Denn was man kann und mag, hört man so schnell nicht wieder auf, so zumindest die These. Wie starten die Freiwilligen bei Ihnen: mit Orientierung los, oder eher orientierungslos?

Aus- und Weiterbildung: Aus- und Weiterbildung sind die Eckpfeiler erfolgreicher Personal-entwicklung. Das trifft auch auf die personellen Ressourcen der ehrenamtlich Tätigen zu: ihre Motivation begründet sich häufig aus der positiven Erfahrung, die sie mit ihrem freiwilligen Engagement verbinden. Vorausgesetzt Qualitäts-standards und Qualifizierungsdruck überfordern nicht. Ist sich aus- und weiterzubilden eine gute Voraussetzung, dass sich der Freiwillige gut vorbereitet fühlt  und mit Begeisterung engagiert? Und wenn er diese Freude an seiner Aufgabe behält, freut das den Verein. Fördern Sie die Aus- und Fortbildung von Freiwillig Engagierten? Ist eine gezielte Aus- und Fortbildung vielleicht sogar Standard, um überhaupt erst bestimmte Positionen besetzen zu können?

 

 

Moderation: Stephan Schulz-Algie, Sportjugend Hessen

 

Eckhard Otte,

DRK-Bundesverband

 

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Wolfgang Möbius,

Deutscher Fußballverband

 

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Workshop 3 Bindung: Entlastung, Belohnung und Entwicklungsperspektiven

Entlastung:

Evaluierung – im Sinne eines gemeinsamen Überprüfens des aktuellen Zustands - bietet die Gelegenheit, Wertschätzung des Vereins für Geleistetes auszudrücken, die Zufriedenheit des Freiwilligen mit seiner Aufgabe zu erfragen, Ziele abzugleichen oder einen möglichen Bedarf an Reduzierung und Unterstützung zu erkennen. Dabei zielt eine Entlastung z.B. darauf ab, freiwilliges Engagement von vermeidbarer Verwaltungsarbeit zu befreien, um mehr Zeit für die eigentliche Aufgabe und Kompetenz zu eröffnen. Um die Möglichkeiten des gemeinsamen Evaluierens in einem konstruktiven Austausch zu nutzen, bedarf es durchaus Fingerspitzengefühl. Wo nutzen Sie bereits Elemente aus Evaluation, Feedback oder Zufriedenheitsbefragungen für die Weiterentwicklung? Wie gelingt Ihnen das, was sind Voraussetzungen aber auch Hindernisse?

Belohnung: Der liebste Lohn für ehrenamtliches Engagement ist die ehrliche Anerkennung des Geleisteten. Ein wohl überlegtes Programm unentgeltlicher Dankeschöns vermag die Verbundenheit des Freiwilligen mit dem Verein zu befördern und seinen Beitrag zum Erfolg zu unterstreichen. Das gleiche Geschenk zu jedem Anlass und für alle Ehrenamtlichen verfehlt allerdings seine Wirkung: je persönlicher die Anerkennung, desto zufriedener der Belohnte. Und neben der Krawatte in Vereinsfarben oder dem obligatorischen Blumenstrauß gibt es individuellere Möglichkeiten ehrenamtliches Engagement zu belohnen. Was für Anerkennungsformen haben Sie entwickelt? Was hat sich bewährt? Und was vielleicht auch nicht? Ist Anerkennung vor allem Materiell oder ist eine immaterielle Anerkennung entscheidend?

Entwicklungsperspektiven:

Entwicklungsperspektiven für Freiwillige bieten sich im Rahmen von formaler Aus- und Weiterbildung und bei informellem Lernen. Sport und die Tätigkeit in einem Sportverein gilt gerade für informelles Lernen als eines der ergiebigsten und attraktivsten Handlungsfelder. Und was bringt das Ihnen? Zum Beispiel motivierte und engagierte Freiwillige, die den Sportverein nicht nur als Profiteur ihrer Fähigkeiten sehen, sondern das ehrenamtliche Betätigungsfeld ebenso als willkommene Möglichkeit für persönliche Entwicklung schätzen. Wo schaffen Sie Perspektiven für die bei Ihnen engagierten Menschen? Gibt es so etwas wie eine „Ehrenamtskarriere“? Wie gelingt es Ihnen, Frische in die Tätigkeiten zu bringen und Menschen in Ihrem ehrenamtlichen Tun zu fördern?

 

Moderation: Tanja Gröber, Führungs-Akademie

 

Unnolf Harder,

Greenpeace Deutschland

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Dagmar Osterburg,

LSB-Nordrhein-Westfalen

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Workshop 4 Abschied: Anerkennung, Kompetenznachweise, Nachfolgemanagement

Anerkennung: Unterschiedliche Lebensabschnitte setzen verschiedene Schwerpunkte, und berufliche Anforderungen nehmen heutzutage eher zu als ab. Es ist daher normal, dass Freiwillige Ihr Engagement unterbrechen oder den Verein womöglich ganz verlassen. Der offizielle Abschluss eines freiwilligen Engagements ist deshalb wichtiger Bestandteil der klugen Ehrenamtsförderung und von vorausschauendem Freiwilligenmanagement.

Gerade für die besonders und über viele Jahre engagierten Freiwilligen ergibt sich auch die Herausforderung, frühzeitig einen Nachfolger aufzubauen, Wissen zu übertragen und den Neuen gegenüber wichtigen Ansprechpartnern einzuführen.

Kompetenznachweis: Gerade für junge Menschen wird auch ein Nachweis der geleisteten Tätigkeiten immer wichtiger. Ein Ehrenamt ist eben immer auch eine Möglichkeit des Lernens und der persönlichen Weiterentwicklung. Dieses Gelernte zu bescheinigen kann jungen Menschen neue Wege auch im Beruf eröffnen. Vereine können mit der Ausstellung von „Kompetenznachweisen“ für junge engagierte Menschen diese direkt unterstützen und haben gleichzeitig ein wichtiges Argument in der Hand, warum ein ehrenamtliches Engagement zwar einiges an Zeit fordert aber eben auch nutzbringend ist. Und das über das gute Gefühl hinaus, sich für ein wichtiges Thema einzusetzen.

Nachfolgemanagement: Die Art und Weise wie Abschied, Anerkennung und Nachfolge gestaltet wird, prägen das Bild, das der Freiwillige von Ihrem Verein und seinem Engagement in Erinnerung behält und weiter trägt. Es trägt so auch zur Reputation in der öffentlichen Wahrnehmung Ihres Vereins bei und dient als Grundlage für zukünftige Beziehungen mit den Ehemaligen. Wie sagen Sie Danke, wie auf Wiedersehen und wie halten Sie Kontakt? Haben Sie Formen des Nachfolgemanagements entwickelt? Haben Sie noch Kontakt zu den Menschen, die sich einmal für Ihren Verein engagiert haben? Bescheinigen Sie Menschen die im Ehrenamt erworbenen Kompetenzen? Wenn ja, wie machen Sie das konkret, welche Erfahrungen haben Sie in diesem Bereich gemacht?

 

Moderation: Gabriele Freytag, Führungs-Akademie

 

Dr. Sabine Schößler,

Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland

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Jörg Jennerjahn,

Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

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Poster: Förderung von ehrenamtlichem Engagement

Das Poster zur Ehrenamtsförderung in Vereinen und Verbänden ist ab sofort bei der Führungs-Akademie erhältlich! Bestellungen unter info(at)fuehrungs-akademie.de im 10er-Pack (1,-€ je Poster zzgl. Versandkostenpauschale von 7,-€).