Forum der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

Impressionen aus der 8. KÖLNER SPORTREDE

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Videobeitrag: Die 8. KÖLNER SPORTREDE - Das ist uns der Sport wert

 

 

„Die Länder sind ein starker Partner des Sports“ - Ministerin Christina Kampmann betont in der 8. KÖLNER SPPORTREDE den großen Wert der Sportförderung der Länder für die Arbeit der Sportorganisationen

Premiere bei der 8. Kölner Sportrede, die gemeinsam von der Führungs-Akademie des DOSB und der Stadt Köln ausgerichtet wurde: Mit Christina Kampmann, der Vorsitzenden der Sportministerkonferenz der Länder und Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport hielt erstmals eine Frau die für den deutschen Sport programmatische Rede im Kölner Rathaus. Gleich zu Beginn verwies sie auf das hohe finanzielle Engagement der Bundesländer: „Insgesamt geben die Bundesländer in diesem Jahr rund 526 Millionen Euro für die Sportförderung aus.“ Davon, so die Ministerin weiter, „gehen mehr als die Hälfte an die Landessportbünde und die Sportinstitutionen“. Obwohl sich auch der Sport immer stärker individualisiere und immer mehr kommerzielle Sportangebote von den Menschen angenommen würden, wies die Ministerin der staatlichen Sportförderung weiterhin einen großen Wert zu: „Es ist wichtig, den organisierten Sport mit Steuergeldern zu subventionieren. Die Länder sind ein starker Partner des Sports. Denn die Sportförderung der Länder ist darauf angelegt, die Arbeit der Sportorganisationen zu stärken und möglichst allen Menschen, am besten von klein auf, Zugänge zum Sport zu eröffnen. Gerade jetzt wird seine integrative Kraft gebraucht: Sportvereine setzen sich für Integration ein und bringen die Inklusion voran. Die Sportfördermittel der Länder sind gesellschaftlich gut angelegtes Geld“, erklärte die Vorsitzende der Sportministerkonferenz, NRW-Sportministerin Christina Kampmann.
Den Sozialbezug des Sports, seine integrative Kraft vor allem in der derzeitigen Situation, schob auch die Kölner Oberbürgermeisterin, Henriette Reker, in ihrer Begrüßungsansprache in den Vordergrund: „Die Schüler und die Vereine, deren Sporthallen derzeit für die Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen benötigt werden, tragen am meisten zur Integration bei.“
Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes NRW und Vorstandsvorsitzender der Führungs-Akademie des DOSB, mahnte aber auch an, dass möglichst schnell wieder die Voraussetzungen geschaffen werden müssten für die tägliche Bewegungszeit und die notwendigen Bewegungsräume. Das Wochenziel: 3 Schulsportstunden plus 2 Stunden Sportangebot in offenen Ganztagsschulen plus möglichst viele außerschulische Sportstunden in Vereinen.
Ministerin Christina Kampmann und LSB-Präsident Walter Schneeloch wollen in diesem Jahr mit bestem Beispiel für möglichst viele sportliche Aktivitäten voran gehen: Gemeinsam wollen sie das Deutsche Sportabzeichen ablegen. Die Ministerin und die Kölner Oberbürgermeisterin erhielten am Ende der 8. Kölner Sportrede als Dank Trikots der deutschen Teilnehmer(innen) an den Sommerspielen in Rio de Janeiro.

Text: Hans-Peter Detmer

 

 

 

Grußwort von Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker anlässlich des Empfangs zur 8. Kölner Sportrede zum Thema „Das ist unser Sport wert – Positionen der Länder zur Sportförderung“ am 28.04.2016, 17.00 Uhr, Historisches Rathaus, Piazzetta

Sehr geehrte Frau Ministerin Kampmann,
sehr geehrter Herr Schneeloch,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung,
liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,

herzlich willkommen zur inzwischen 8. Kölner Sportrede – einer gemeinsamen Einaldung der Stadt und der Führungs-Akademie des Deutschen Olymischen Sportbundes.

Ziel der heutigen Veranstaltung wird es wieder sein, wichtige Meinungen und auch kritische Stimmen aus dem Bereich des Sports zu hören, aktuelle Themen im Sport aufzugreifen und zukunftsweisende Denkanstöße zu geben.

Die Veranstaltung ist ein Zeichen dafür, welche Priorität der Sport in unserer Gesellschaft hat. Der Pakt für den Sport, den Landesregierung und Landessportbund geschlossen haben, stellt auch den Sozialbezug in den Vordergrund. Sport ist eines der besten Mittel zur Integration, und darum ist seine Förderung gerade in diesen Zeichen hoch nötig.

Die letzte Kölner Sportrede fand im Jahre 2014 statt. Alfons Hörmann, der 2014 noch neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), referierte zu dem Thema „Was bewegt die Deutschen? Grundsätze zu den Perspektiven des organisierten Sports in Deutschland.“

Heute hören wir die Frau Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW. Frau Kampmann wird das Thema aus Sicht der Landesregierungen beleuchten.

Sehr geehrte Frau Ministerin Kampmann,
ich freue mich schon auf Ihre Ausführungen und bin sehr gespannt und neugierig.

Ich wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass Sie heute zahlreiche Anregungen erhalten, viel Neues erfahren und Impulse mit nach Hause nehmen können.

Im Rahmen des an die Fragerunde anschließenden Empfangs lade ich Sie alle ein, sich über die dort präsentierten Informations-Aufsteller einen Überblick über die Sportförderung in Köln zu verschaffen. [Es gilt das gesprochene Wort!]

Grußwort des Vorstandsvorsitzenden der Führungs-Akademie des DOSB, Walter Schneeloch, anlässlich der 8. Kölner Sportrede am 28. April 2016

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin Reker,
sehr geehrte Frau Ministerin Kampmann,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus Verbänden und Vereinen,
liebe Sportlerinnen und Sportler, sehr geehrte Gäste,

im Namen der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes begrüße ich Sie zur Kölner Sportrede 2016.

In der Sportministerkonferenz kommen seit 1977 die Sportministerinnen und -minister der Bundesländer zusammen – unter anderem, um länderübergreifende Vorhaben zur Entwicklung des Sports zu beraten. In dieser Zeit tagte man fünf Mal in Nordrhein-Westfalen, im vergangenen November traf sich die Konferenz erstmals hier in Köln.

Der Vorsitzenden der Sportministerkonferenz hat es in der Domstadt offensichtlich gut gefallen. Ansonsten hätten wir sie wohl nicht als Gastrednerin für die 8. Kölner Sportrede gewinnen können: die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Christina Kampmann.

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, seien Sie herzlich willkommen!

Unsere Gastrednerin ist Diplom-Verwaltungswirtin, sie hat bei der Stadt Bielefeld gearbeitet und Politikwissenschaft studiert, dazu in Wien den Master in Europäische Studien abgelegt. 2013 zog sie als direkt gewählte Kandidatin für ihren Wahlkreis Bielefeld-Gütersloh in den Bundestag ein.

Seit Oktober des letzten Jahres ist Christina Kampmann zuständig für den Sport in NRW. In dieser Funktion führt sie auch den zweijährigen Vorsitz der Konferenz der Sportministerinnen und -minister der Länder.

Frau Kampmann ist die erste GastrednerIN der Kölner Sportrede. Man könnte anmerken: Warum erst jetzt? Wir meinen: Weil diese Premiere jetzt besonders gut passt –
   - zur Ministerpräsidentin unseres Bundeslandes, Hannelore Kraft,
   - zur Oberbürgermeisterin dieser Stadt, Henriette Reker,
   - und auch zur Direktorin der Führungs-Akademie, Veronika Rücker.

Unsere Gastrednerin weiß, dass Zügel nur Sinn machen, wenn man sie in der Hand behält: Man sitzt sicher im Sattel und es gelingt ebenso, klare Linien zu verfolgen wie komplizierte Drehungen zu meistern. Es braucht einen Partner, der vor keiner Herausforderung scheut und für gute Haltungsnoten sorgt. Christina Kampmann ist Dressur geritten – das scheint mir eine gute Schule für Politik.

Die Ministerin sagt „Beim Sport habe ich Durchsetzungsfähigkeit, Teamgeist, Fair Play und Empathie gelernt“. Und deshalb ermuntert sie Politik-Kolleginnen und –Kollegen dazu, Sport zu treiben, „weil das ermöglicht, Abstand zu gewinnen und Dinge zu reflektieren.“ Diese Empfehlung können wir nur unterstützen.

Der organisierte Sport fühlt sich in NRW geschätzt und sehr gut aufgehoben. Dazu trägt der vertrauensvolle Kontakt zu Ihrem Haus maßgeblich bei. Frau Ministerin – die Zusammenarbeit auf Länderebene läuft ausgesprochen gut. Diese einhellig positive Meinung vertritt der Präsident des Landessportbundes übrigens ebenso wie der Vorstandsvorsitzende der Führungs-Akademie.

Sportpolitik bietet viel Gestaltungsspielraum. Auf die Mitglieder der Sportministerkonferenz kommen dabei wichtige Aufgaben zu, die vor allem, aber nicht nur auf Länderebene gelöst werden können. Daraus erwächst für die Ministerien eine hohe politische Verantwortung.

Gestatten Sie mir, dass ich vier Beispiele anführe, die aus Sicht des Sports von besonderer Aktualität und Bedeutung sind:

Beispiel 1: der Schulsport

Lassen Sie uns gemeinsam für eine Stärkung des Schulsports eintreten:
3 plus 2 plus x – diese Rechnung geht in allen Ländern auf:

3 Stunden Schulsport plus 2 Stunden Sportangebote in der offenen Ganztagschule plus x Stunden außerunterrichtlicher Schulsport und Sport in unseren Vereinen.

In der Summe sichert das Ergebnis unseren Kindern die tägliche Bewegungszeit und die notwendigen Bewegungsräume.

Beispiel 2: die Sportinfrastruktur

Wir konstatieren bundesweit einen milliardenschweren Sanierungs- und Modernisierungsstau bei den Sportanlagen. Ich würde mir wünschen, dass die Sportministerinnen und –minister in ihren Ländern Maßnahmen für eine Abschmelzung dieses Bergs diskutieren – gerne auch im Zuge einer groß angelegten strategischen Zusammenarbeit wie der bereits von mir vorgeschlagenen „Nationalen Allianz Sportraumentwicklung“.

Deshalb begrüße ich auch, dass wir gemeinsam mit der Sportministerkonferenz und weiteren Beteiligten beim Thema „Sportlärm“ eine gemeinsame Position gegenüber dem Bund vertreten. Wir brauchen eine sportfreundliche Regelung, ganz besonders auch im Sinne unserer innerstädtischen Sportanlagen.

Beispiel 3: der Pakt für den Sport

In manchen Bundesländern, z. B. in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, existiert bereits eine feste Vereinbarung zwischen Land und Sport. Diese garantiert beiden Beteiligten eine verlässliche Grundlage: Vereine und Verbände können alle Vorteile einer langfristigen Planung ausschöpfen und ihr Engagement der Gesellschaft so über Jahresfrist hinaus sichern. Es sollte das Ziel sein, dieses Erfolgsmodell auch zukünftig fortzusetzen und nach Möglichkeit auf weitere Bundesländer auszuweiten.

Beispiel 4: die Flüchtlingspolitik

Gestatten Sie mir hierzu einige grundlegende Ausführungen:
Die Bewältigung der aktuellen Flüchtlingsbewegung und der stark gestiegenen Zahl von Asylsuchenden in Deutschland fordert alle gesellschaftlichen Kräfte. Die rund 90.000 Sportvereine stehen seit Jahrzehnten für gelebte Integration. Sport kann Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenführen, im Training, im Wettkampf und darüber hinaus. Sport spricht alle Sprachen und ist hervorragend als Brücke zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in weitere gesellschaftliche Bereiche geeignet.

Auf dieser Basis engagieren sich viele Sportvereine und setzen damit ein klares Zeichen für eine gelebte Willkommenskultur, für Solidarität und Hilfsbereitschaft. Von Sport-, Spiel- und Bewegungsangeboten in Flüchtlingsunterkünften über die unbürokratische Aufnahme in bestehende Vereinsangebote bis hin zur Unterstützung von Asylsuchenden im Umgang mit Behörden leisten die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Mitglieder der Sportvereine einen großen Beitrag für eine funktionierende Gesellschaft.

Die meisten Vereine sind für ihre Arbeit aber auf ihre Sporträume angewiesen. Deshalb beobachten wir mit Sorge, dass trotz stark zurückgehender Flüchtlingszahlen immer noch sehr viele Hallen belegt sind.

Meine Bitte an die Sportministerkonferenz: Machen auch Sie Ihren Einfluss geltend, dass diese Belegung nur noch auf das wirklich notwendige Maß beschränkt wird!

In der Sportministerkonferenz fassen die Länder Beschlüsse und beziehen Positionen. Heute hören wir, welche Standpunkte die Länder in ihrer Sportförderung vertreten: Was ist den Ländern der Sport wert?

Man kann den Sport nach seinem ökonomischen Nutzen beziffern, Kennzahlen seiner sozialen Verdienste aufstellen, die politische Bedeutung seiner repräsentativen Wirkung bewerten. Letztlich gilt es aber zu entscheiden, welchen Wert der Sport insgesamt für unsere Gesellschaft ausmacht.

Sportvereine und -verbände waren, sind und bleiben verlässliche Partner der Politik.

Diese Partnerschaft ist lebendig und konstruktiv, wenn sie tagesaktuelle Aufgaben immer im Blick behält, sich aber auch im Dialog den zukünftigen Herausforderungen widmet. Wertschätzende Standortbestimmungen helfen, hierbei die gegenseitigen Erwartungen und Wünsche abzugleichen.

Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Frau Kampmann – wir sind gespannt auf die Positionen der Länder und freuen uns auf Ihre Kölner Sportrede 2016. [Es gilt das gesprochene Wort]

 

 


Die KÖLNER SPORTREDE ist eine gemeinsam getragene Veranstaltung der Stadt Köln und der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes. Seit der Premiere 2006 hat sich die Kölner Sportrede als bundesweit beachtetes Forum etabliert, das aktuelle Themen des Sports vor dem Hintergrund seiner gesellschaftlichen Verantwortung zur Diskussion stellt und Impulse für künftige Entwicklungen setzt.

Die diesjährige Kölner Sportrede findet am 28.04.2016 im Rathaus zu Köln statt.

Wir freuen uns, die Vorsitzende der Sportministerkonferenz und Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Christina Kampmann als diesjährige Referentin begrüßen zu dürfen. 

Thema der 8. Kölner Sportrede lautet: "Das ist uns der Sport wert - Positionen der Länder zur Sportförderung"

Ansprechpartner der Veranstaltung:

Toni Niewerth (0221 / 221 275 94, niewerth(at)fuehrungs-akademie.de)