Forum der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

Kompetenzorientierte Lehre und digitale Medien - Themenkonferenz 2015

 

Am 15.10.2015 fand die 6. Themenkonferenz im Deutschen Sport und Olympia Museum in Köln statt. Ziel dieser gemeinsamen Veranstaltung von DOSB und Führungs-Akademie ist es, aktuelle Themen aus dem Bereiche Bildung und Ausbildung aufzugreifen und gemeinsam mit den dafür zuständigen Personen zu diskutieren. 

Das diesjährige Thema „Kompetenzorientierte Lehre und digitale Medien“ knüpft nahtlos an die Fragestellungen der vorherigen Themenkonferenz an, denn Kompetenzorientierung ist das zentrale Thema bei der Gestaltung von Aus- und Fortbildungen nach den Rahmenrichtlinien des DOSB. Der Umsetzungs-Prozess in den Verbänden erfolgt allerdings durchaus unterschiedlich. Gleichzeitig lässt sich in den Verbänden ein Prozess der Digitalisierung von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen in Hinblick auf soziale Medien, Blended Learning etc. beobachten. Im Rahmen der diesjährigen Themenkonferenz wurden beide Prozesse verschränkt betrachtet, denn so die These im Vorfeld: Qualitativ hochwertiges Blended Learning bietet nicht nur Chancen für kompetenzorientiertes Lernen und Lehren, sondern IST kompetenzorientiertes Lernen und Lehren.

In Vorbereitung auf die Veranstaltung hatten die Teilnehmer(innen) die Möglichkeit, sich in einer kurzen Online-Phase vorab digital zu ihren Erfahrungen und ersten Fragestellungen austauschen. So konnten sich die Teilnehmer(innen) schon einmal vor der Veranstaltung kennenlernen und sich inhaltlich auf die Themenkonferenz einstimmen. Die Referent(inn)en erhielten bereits erste wichtige Impulse für Ihre Beiträge.

Den Einstieg live vor Ort gestaltete Dafni Bouzikou. Die Supervisorin (und Mitglied der Trainerkommission des DOSB) berichtete aus dem Alltag eines Bundestrainers und bat die Teilnehmer(innen), die in ihrem Bericht enthaltenen Kompetenzen auf Kärtchen festzuhalten. Es zeigte sich nicht nur die unglaubliche Vielzahl an Kompetenzen, die ein Trainer besitzen muss, sondern auch, dass eine klare Identifikation und konkrete Benennung dieser erforderlichen Kompetenzen eher schwierig schien. In seinem anschließenden Vortrag stellte Prof. Dr. Ralf Sygusch von der Uni Erlangen heraus, dass es aber genau darauf ankommt: Erst einmal gilt es zu klären, was die grundlegenden Zielstellungen sind. Worum geht es überhaupt? Was sind die Kernkompetenzen, die vermittelt bzw. geschult werden sollen? Besteht Klarheit darüber, kann man sich die Entwicklung und Gestaltung von kreativen Lehr- und Lernsettings begeben, zu denen auch die digitalen Formate zählen. 

Aber welche Kompetenzen lassen sich überhaupt digital vermitteln? Nur die Fachlichen? Was ist mit sozialen Kompetenzen? „Alles ist möglich“ kommt Dr. Frank Vohle (Geschäftsführer Ghostthinker GmbH, Mediendidaktiker) am Ende seines Vortrags über die Möglichkeiten digitaler Medien in der kompetenzorientierten Ausbildung zum Schluss. Wichtig sei, dass man die Bereiche „kompetenzorientierte Lehre“, „digitale Lehre“ und „Präsenzlehre“ nicht isoliert betrachte. Wie diese Verknüpfung in der Praxis aussehen kann, stellte Markus Soehngen am Beispiel der Trainerausbildung des DTTB vor. Diese findet (mittlerweile) bis zur A-Lizenz im Blended Learning Format statt. Er zeigte konkrete Umsetzungsmöglichkeiten auf und ging auf Erfolgsfaktoren und Stolpersteine bei der Entwicklung und Einführung ein. Dabei stellte er heraus, dass man nicht gleich den ganz großen Wurf landen und ein fertiges Produkt mit 180 Lerneinheiten parat haben muss. Vielmehr gilt es Überforderung zu vermeiden und in kleinen Schritten zu beginnen. Dabei kann die digitale Lehre die Präsenzlehre niemals völlig ersetzen, aber wunderbar unterstützen und bereichern. 

Fazit: 
Insgesamt zeigte die Themenkonferenz zeigte, dass beide Themen „Kompetenzorientierung“ und „digitale Medien“ noch Raum zur Entdeckung bieten- und vor allem die Verknüpfung beider Themen wohl auch weiterhin noch einen längeren Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Medienpädagogik erfordert. 
Entlastend für alle Verbände, die sich auf den Weg machen wollen: Für den Anfang reicht es aus, einzelne Sequenzen, Themen oder Inhalte herauszugreifen, diese weiterzuentwickeln und wachsen lassen.