Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes
22. Februar 2016

DOSB-Verbandsmanager 2016 - Stimmen aus den Lehrgängen

Am 01. April 2016 startet der 4. Lehrgang zum/ zur DOSB-Verbandsmanager/in exklusiv an der Führungs-Akademie des DOSB. Die einjährige Weiterbildung ist speziell auf die Anforderungen eines zeitgemäßen Verbandsmanagements ausgelegt und kombiniert die Vorteile von Präsenz- und Onlinephasen (Blended Learning). Über das Konzept und die Inhalte des Lehrgangs haben wir schon einiges berichtet (detaillierte Informationen finden Sie hier).

Daher haben wir an dieser Stelle drei Teilnehmer aus vergangenen bzw. aus dem aktuellen Lehrgang zum Interview gebeten, um Ihnen aus erster Hand von ihren Erfahrungen und Eindrücke mit dem Lehrgang zu berichten.

Michael Geiger
Michael Geiger ist Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes und Teilnehmer des 3. Lehrgangs, der seit April 2015 läuft. Als Präsident repräsentiert er den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) nach innen und außen. Satzungsgemäß führt er den Vorsitz des DTTB-Bundestages und bestimmt Richtlinien der Arbeit des Präsidiums.

FA: Herr Geiger, ein Wort zu Ihnen – was sind Ihre Aufgaben im Tagesgeschäft?
M.G.: In der Tagesarbeit versuche ich Impulse zu setzen und vorbereitete Entscheidungen zu verplausibilisieren und zu hinterfragen. Zudem versuche ich lösungsorientiert zu handeln und wo nötig für Ausgleich zu sorgen. Bevor ich das Präsidentenamt übernahm war ich als Internationaler Schiedsrichter, Schiedsrichterausbilder und Vizepräsident Finanzen für den DTTB im Einsatz.

FA: Was versprechen Sie sich von der Teilnahme an dem Lehrgang zum DOSB Verbandsmanager?
M.G.: Fachlichen Hintergrund und Impulse zu aktuellen Themen in der Verbandsführung. Ich habe zwar vor dreißig Jahren BWL studiert und bin auch beruflich leitend und beratend tätig. Im Ehrenamt war aber bislang das Meiste "learning by doing“.

FA: Was war bisher Ihr persönliches Highlight des Lehrgangs?
M.G.: Das Online-Meeting zum Thema "Führungsverständnis".

FA: Wie empfinden Sie den Austausch innerhalb der Gruppe?
M.G.: Sehr bereichernd, weil die Teilnehmer aus völlig unterschiedlichen Bereichen kommen und ganz unterschiedliche Erfahrungen einbringen.

FA: Was halten Sie von dem Konzept „Blended Learning“?
M.G.: Dieses Konzept war ein wesentlicher Grund, warum ich mich überhaupt angemeldet habe. Es ermöglicht eine Kombination aus persönlichem Austausch in Präsenzveranstaltungen und eigenbestimmtem Lernen. Gerade für Berufstätige und Leute mit Familie ist es angenehm, wenn sie Zeit und Ort für das Bearbeiten der Module selbst bestimmen können.

FA: Was würden Sie jemandem empfehlen, der sich überlegt an dem Lehrgang teilzunehmen?
M.G.: Feste Lernzeiten einplanen, auch wenn das Konzept hier viel Freiheit lässt. Man braucht bei dieser Lernform mehr Selbstdisziplin als bei Präsenzveranstaltungen.

Michael Bergweiler
Michael Bergweiler hat am ersten Lehrgang teilgenommen, der im April 2014 begann und im März 2015 endete. Er ist Geschäftsführer von Special Olympics Rheinland Pfalz, einem Landesverband der Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung.

FA: Herr Bergweiler, wie beschreiben Sie Ihr aktuelles Aufgabenfeld?
M.B.: Die Aufgaben des Geschäftsführers sind gerade in einem kleinen Verband sind sehr vielfältig. Das geht von der Planung und Umsetzung von Projekten und Veranstaltungen über die Gewinnung und Bindung von Mitgliedern und Förderern bis hin zur Gestaltung eigener Strukturen. Daraus ergibt sich eine gute Mischung zwischen operativer und strategischer Tätigkeit.

FA: Der Lehrgang liegt ja nun ein gutes halbes Jahr zurück. Was haben Sie mitgenommen?
M.B.: Mein Blick auf die Verbandsarbeit hat sich geweitet. Seit der Fortbildung habe ich einen umfassenderen Einblick in das Verbandswesen an sich und nehme im Tagesgeschäft noch stärker die Gesamtheit des Verbandes in den Blick. Zudem hat man nach dem Lehrgang konkrete Instrumente an der Hand, wie das Marketing-Konzept oder das Modell zur Ehrenamtsförderung, die man dann im eigenen Verband anwenden kann, wenn es konkret wird.

FA: Was war Ihr persönliches Highlight?
M.B.: Ich fand insbesondere die Umsetzung der Präsenzveranstaltungen sehr gelungen. Zum einen aufgrund der guten Inhalte und der angewandten Methodik, zum anderen aufgrund des engagierten Austauschs der Teilnehmer.

FA: Wie haben Sie das Blended Learning Konzept empfunden?
M.B.: Ein sehr großer Vorteil liegt für mich in der zeitlichen Flexibilität, da es nur punktuell Termine gibt, die fix sind, wie die Präsenzwochenenden oder Webinare. Die Lerninhalte lassen sich somit ganz individuell in den Alltag einbinden. Zudem wird der Input auf vielfältige Weise vermittelt, eben durch Textarbeit, Videos, die Aufgaben oder die Präsenzveranstaltung. Der Mix macht das Ganze sehr effizient, weil unterschiedliche Kanäle angesprochen werden.

FA: Zum Abschluss: Was würden Sie jemandem empfehlen, der sich überlegt am Lehrgang teilzunehmen?
M.B.: Grundsätzlich kann ich den Lehrgang jedem empfehlen, der im Ehren- oder Hauptamt im Verband aktiv ist. Letztendlich kommt es darauf an, was man sich verspricht. Wenn man einen umfassenden Überblick bzw. eine übergeordnete Systematik erarbeiten möchte, ist man hier genau richtig. Wer sich einzelne Bereiche der Verbandsarbeit erschließen möchte, also beispielsweise den Bereich Finanzen mit Buchhaltung, Steuerrecht etc., findet sich bei einem spezifischen Seminar besser wieder. Für mich ziehe ich ein positives Fazit und möchte jedem empfehlen, einen näheren Blick auf die Fortbildung zum DOSB-Verbandsmanager zu werfen.

Henning Peuters
Als Geschäftsstellenleiter des Kreissportbundes Olpe ist Henning Peuters mit diversen Geschäftsführungsaufgaben betraut. Zudem ist er Pädagogischer Leiter der SportBildungswerk Außenstelle, die der KSB gemeinsam mit dem KSB Siegen/ Wittgenstein führt, und er unterstützt auch die KSB-eigene Tochtergesellschaft, die sich um die Organisation der Ganztagsschulen kümmert, bei ihren Geschäftsführungsaufgaben.

FA: Herr Peuters, mit Rückblick auf den Lehrgang vor einem halben Jahr - was konnten Sie mitnehmen?
H.P. Vieles! Mein Ziel war es, die Umsetzung von Theorien in die Praxis zu erfahren. Also nicht nur Strategien und Konzepte erarbeiten, sondern vor allem auch zu überlegen, wie komme ich denn auf Basis von Analysen etc. in die Umsetzung. Das stand während meines Studiums nicht wirklich auf dem Lehrplan, was ja auch klar ist bei einem universitäreren Studium. Und auch später konnte mir das in den Organisationen, in denen ich tätig war, innerbetrieblich nicht vermittelt werden. Aber mich interessiert genau das. Im Lehrgang konnte ich durch die Aufgaben und das Feedback dazu diese Umsetzung nochmal von Grund auf in aller Ruhe angehen.

FA: Wie haben Sie den Austausch innerhalb der Gruppe während des Lehrgangs empfunden?
H.P.: Gut, sehr gut. Die Aufgabenstellungen haben das begünstigt, denn die eine oder andere Aufgabe ist als Gruppenarbeit angelegt. Dadurch war man ja auch „gezwungen“ sich auszutauschen - was ich als sehr positiv und nützlich empfunden habe. So hat man sich nämlich auch mal zusammengeskypt, um die Aufgaben zu bearbeiten und ist zwischen den Präsenzphasen im Austausch geblieben.

FA: Stehen Sie noch in Kontakt zu den ehemaligen Mitstreitern?
H.P.: Ja, tatsächlich. Es gibt noch den ein oder anderen, zu dem ich intensiver Kontakt halte. Ansonsten sieht man sich immer mal wieder auf Veranstaltungen.

FA: Wie würden Sie das Blended-Learning Konzept bewerten?
H.P.: Ich sehe fast nur Vorteile. Einerseits kann man sich seine Zeit ein Stück weit selber einteilen. Gerade im Sport hat man ja flexible Arbeitszeiten, eine Abendveranstaltung oder eine Veranstaltung am Wochenende. Die wenigsten arbeiten nur von 08:00-16:00 Uhr. Andererseits gab es aber auch verbindliche Deadlines und damit einen zeitlichen Rahmen. Von daher empfinde ich dieses Konzept alleine wegen der Zeiteinteilung und des Zeitmanagements gerade im Sport sehr sinnvoll.

FA: Was würden Sie jemandem empfehlen, der sich überlegt an dem Lehrgang teilzunehmen?
H.P.: Machen! Ich war rundum zufrieden und kann demjenigen nur empfehlen, teilzunehmen. Man sollte aber vorher aber schon genau und realistisch einschätzen, ob man sich die Zeit unter der Woche nehmen kann.
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