Forum der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

Dr. Herbert Dierker, Direktor der Führungs-Akademie, im Interview zur 1. Kölner Sportrede
am 30. Oktober in Köln: "Mit Kompetenz und Glaubwürdigkeit"

Die Führungs-Akademie des Deutschen Sportbundes hatte am 30. Oktober 2006 erstmals zu einer Kölner Sportrede eingeladen. Wie ist diese Idee entstanden?

Dierker: "Die Idee ist mir gekommen, als ich einmal die Berliner Rede in der Politik gehört habe. Dort hat unter anderem der damalige Bundespräsident Roman Herzog erstmals von dem berühmten Ruck durch die Gesellschaft gesprochen.
Die Idee war dann lange in meinem Kopf. Jetzt können wir sie endlich verwirklichen. Sicherlich wird die Kölner Sportrede bei weitem nicht die Bedeutung erzielen wie die Berliner Rede. Darum geht es auch gar nicht, aber was für die Gesellschaft im Allgemeinen gilt, kann für die Kölner Sportrede im Kleinen gelten. Wir wollen im Sport hier und da eine Diskussion anstoßen und die Medien für Themen und Ereignisse gewinnen, die etwas außerhalb der Norm liegen. Vielleicht kann in Zukunft auch ein internationaler Aspekt auftauchen."

Was für Gesprächspartner wünschen Sie sich für die Kölner Sportrede?

Dierker: "Wir suchen Menschen, die mit etwas Abstand auf den Sport schauen können. Wünschenswert wäre sicherlich eine Verbindung zum Sport, ob noch bestehend oder in der Vergangenheit. Aber diese Person sollte sich ohne Scheuklappen dem Sport nähern, auch die eine oder andere provokante These äußern können, ohne gleich große und kleine Empfindlichkeiten im Sport zu berühren."

Und einen solchen Gesprächspartner haben Sie mit Wolfgang Schäuble gewonnen?

Dierker: "Wolfgang Schäuble ist bekannt dafür, dass er einen besonders guten Draht zu den Vorgängen im Sport hat. Zudem war er von 1989 bis 1991 als Innenminister unter Helmut Kohl für den Spitzensport in Deutschland zuständig und zuvor schon dem Sport als Kanzleramtsminister verbunden. Er ist eine gesellschaftlich höchst anerkannte, integere Persönlichkeit. Unabhängig von allen politischen Strömungen hat er einfach das, was wir uns für einen Teilnehmer der Kölner Sportrede wünschen: Kompetenz und Glaubwürdigkeit."

In welchem Abstand wollen Sie denn zukünftig die Kölner Sportrede veranstalten?

Dierker: "Unser Ziel ist es, dass es die Kölner Sportrede demnächst einmal jährlich geben wird. Neben den Entscheidungsträgern aus dem Sport soll sie auch für den politischen und sportpolitischen Raum von Köln und Nordrhein-Westfalen an Relevanz gewinnen. Wir wollen eine gute Tradition entstehen lassen, wie wir sie vor unserem Umzug von Berlin hierher mit der Medien-Veranstaltung "Berlin Hören und Sehen" hatten. Aber auch für diese Veranstaltung ist es angedacht, sie als "Köln Hören und Sehen" wieder mit Leben zu füllen."