Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes

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27. August 2010

Interview mit Dr. Zrinka Sosic-Vasic zur FA-Themenkonferenz `Lernen und Lehren´

RED: Mit der Präsentation der neuen Erkenntnisse der Gehirnforschung im Bereich Lehren und Lernen werden Sie dieses Thema erstmals im Sport vorstellen. Bekommt das Thema dadurch eine spezifische, mit dem Sport zusammenhängende Bedeutung ?

Dr. SOSIC-VASIC: Im Wesentlichen nein. Es geht nicht darum, Kenntnisse ganz speziell im Bereich Sport in Sachen Lernen und Lehren zu optimieren. Vielmehr geht es darum, zunächst einmal die Grundlagen übergreifender Erkenntnisse zu präsentieren, wie sie auf jeden Lernenden zutreffen. Ich denke, es wird sicherlich interessante Fragen geben gerade im Bereich der Gedächtnisoptimierung, wie man z.B. motorische Übungen darstellen könnte. Hier hat die Hirnforschung einige interessante Dinge ermittelt. Grundsätzlich bereite ich mich auf eine Erwachsenen-Zielgruppe vor, die sich im Rahmen ihrer speziellen Aufgaben im Sport bereits intensiv mit dem Thema Lernen beschäftigt und auseinandergesetzt hat.

RED: Die vorliegenden Anmeldungen zeigen, dass die Führungs-Akademie mit diesem Thema offensichtlich auf reges Interesse stößt. Könnten Sie sich vorstellen, weitere Workshops dieser Art anzubieten?

Dr. SOSIC-VASIC: Wenn das Interesse da ist, wenn sich die Zusammenarbeit bei der Premiere als fruchtbar erweist, würde ich so etwas gerne weiter fortführen. Grundsätzlich bin ich kein Fan von Einzelveranstaltungen. Das widerspräche auch der Gehirnforschung. Das, was man nur einmalig hört, bleibt am wenigsten nachhaltig hängen. Ich mag es sehr gerne, wenn eine solche Veranstaltung als Kick-Off verstanden wird und sich dann eine weitere Fortbildung bzw. Beratung anschließt. Dann sind nicht nur Impulse gesetzt worden. Vielmehr kann man die Teilnehmer und Teilnehmerinnen dann auch später begleiten. Ich möchte nicht nur referieren. Ich will mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch in einen Dialog eintreten und ihnen die Möglichkeit bieten, sich vieles schon selber zu erarbeiten.

RED.: DieTeilnehmenden des Workshops kommen aus dem Sport, die meisten von ihnen werden -  häufig auch sehr intensiv - selbst AKTIV Sport getrieben haben.. Was hält die Gehirnforscherin von dem ebenso alten wie aktuellen Ausspruch: Mens sana in corpore sano? Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper.

Dr. SOSIC-VASIC: Beides gehört sicherlich zusammen, denn der gesunde Körper kann umgekehrt auch nicht ohne den gesunden Geist funktionieren. Wer seinen Körper sinnvoll einsetzen will, wer seine Grenzen ausloten, aber nicht gefährlich überschreiten will, bei dem muss der gesunde Geist bzw. das Gehirn den Takt vor geben, damit der Körper auch gesund bleibt. [Hanspeter Detmer]