Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes
26. Juni 2019

Rückblick: Einführung eines hauptamtlichen Vorstandes im Verein und Verband

Im organisierten Sport dominiert nach wie vor das klassische Führungsmodell mit einem ehrenamtlichen Vorstand. Die Einführung eines hauptamtlichen Vorstandes (nach §26 BGB) mit ehrenamtlichen Aufsichtsgremium (Präsidiumsmodell) ist erst seit ein paar Jahren ein größeres Thema im organisierten Sport. Aus diesem Grund nahm die FA das Thema „Einführung eines hauptamtlichen Vorstandes im Verein und Verband“ neu in das Jahresprogramm auf und erhielt prompt großen Zuspruch. Anfang Mai fand das ausgebuchte Seminar im SportCentrum Kaiserau statt.

In anderen Verbänden, v. a. der Wohlfahrtspflege, sind hauptamtliche Vorstände schon seit deutlich längerer Zeit üblich. Etwa die Hälfte der Landessportbünde haben bereits hauptamtliche Vorstände, ebenso haben zahlreiche Spitzen- und Landesfachverbände umgestellt. Aber auch auf Vereinsebene finden sich Beispiele. Entsprechend bunt gemischt war die Teilnehmergruppe des Seminars mit Teilnehmenden aus verschiedenen Vereins- und Verbandsebenen. Etwa die Hälfte der Organisationen plant ganz konkret auf einen hauptamtlichen Vorstand umzustellen.

In dem Seminar wurde am ersten Tag aus juristischer Perspektive beleuchtet, welche unterschiedlichen Modelle und Optionen eine hauptamtliche Führung mit sich bringt. Am zweiten Tag wurde vertieft, welche Themen (werdende) Vorstände in Hinblick auf Haftungs- und Steuerfragen in den Fokus nehmen müssen. Rückmeldungen von Teilnehmenden zeigen, dass durch die Teilnahme am Seminar bestätigt wurde, dass sie mit ihrer Organisation den richtigen Weg eingeschlagen haben, wenn es um die (zukünftige) Umstellung auf einen hauptamtlichen Vorstand geht. Neben der formalen Umstellung und der rechtlich sauberen Umsetzung in die Satzung, Geschäftsordnungen und Anstellungsverträge, gilt es auch den „kulturellen Wandel" in der Organisation von Anfang an zu berücksichtigen und alle betroffenen Personen (v. a. aktueller und potenzieller neuer Vorstand) in den Prozess einzubeziehen. Optimalerweise ist die strukturelle Umstellung der Verbandsführung Ergebnis eines strategischen Entwicklungsprozesses und folgt damit der Strategieentwicklung.