Nachrichten der Führungs-Akademie des Deutschen Olympischen Sportbundes
28. Februar 2019

Veronika Rücker im Interview: Vorstandsvorsitzende der FA

Veronika Rücker ist seit 2018 Vorstandsvorsitzende des DOSB. Zuvor war sie an der Führungs-Akademie tätig und übernimmt nun als Nachfolgerin von Walter Schneeloch den Vorstandsvorsitz der FA.

RED: Frau Rücker, Sie waren zehn Jahre an der Führungs-Akademie tätig, bevor Sie im Januar 2018 als Vorstandsvorsitzende zum DOSB wechselten. Begonnen haben Sie damals als wissenschaftliche Referentin, seit 2015 waren Sie Direktorin der FA. Wie schwer fiel Ihnen damals der Abschied?

V. Rücker: Der Abschied ist mir trotz der sehr attraktiven neuen Aufgabe aus verschiedenen Gründen sehr schwer gefallen. Die Entscheidung, ob ich diesen neuen Weg einschlage, war ja nicht einfach, zumal die Tätigkeit an der Führungs-Akademie genau dem entsprach, worauf ich immer hingearbeitet habe. Ich habe lange Zeit im Bereich Ökonomie und Management gearbeitet mit dem Ziel, Vereine und Verbände zu beraten und sie in ihrem Wirken zu unterstützen. Daher war es für mich die ideale Stelle an der Führungs-Akademie. Ein weiterer Grund für den schweren Abschied war das perfekte FA-Team, mit dem ich viel Spaß hatte und sehr gerne zusammengearbeitet habe. Und zuletzt fiel mir die Entscheidung natürlich auch aufgrund meines Lebensmittelpunkts in Köln schwer, obwohl ich damals schon auf die andere Rheinseite wechseln musste, um zur FA zu gelangen.

RED: Neben dem örtlichen Wechsel von Köln nach Frankfurt am Main änderte sich natürlich auch Ihr beruflicher Alltag. Was reizte Sie an der neuen Herausforderung und Aufgabe als DOSB-Vorstandsvorsitzende?

V. Rücker: Natürlich ist es eine reizvolle und großartige Aufgabe, eine der höchsten hauptamtlichen Positionen im organisierten Sport bekleiden zu dürfen. Es ist eine große Herausforderung, vielen verschiedenen Anspruchsgruppen und deren Erwartungen gerecht zu werden. Darüber hinaus ist das Aufgabenspektrum, im Vergleich zu meiner damaligen Arbeit an der Führungs-Akademie, noch vielfältiger und umfangreicher, was zugleich auch den Reiz dieser Aufgabe ausmacht.

RED: Ein Jahr nach Ihrem Wechsel zum DOSB berief das DOSB-Präsidium in seiner 104. Sitzung Sie zur Nachfolgerin von Walter Schneeloch, der 14 Jahre den Vorstandsvorsitz der Führungs-Akademie innehatte. Wie empfinden Sie diese „Rückkehr“ an die FA? 

V. Rücker: Die Berufung des DOSB-Präsidiums hat mich riesig gefreut. Ich habe zehn Jahre lang FA begeistert gelebt und darf nun erneut „meine“ FA begleiten und unterstützen. Zudem ist es schön, wieder näher dran zu sein als im vergangenen Jahr und die Entwicklungen aktiv mitzuerleben.

RED: Sie blicken nun aus einer anderen Perspektive auf die Führungs-Akademie. Wie beurteilen Sie die Rolle und Arbeit der FA für den organisierten Sport? 

V. Rücker: Die Führungs-Akademie übernimmt eine immens wichtige Aufgabe für den organisierten Sport und dessen Entwicklung. Sie hat einen hohen Stellenwert, der meiner Ansicht nach in Zukunft mindestens in gleichem Maße erhalten bleiben wird, wenn der FA nicht sogar eine noch größere Bedeutung zukommen wird. Die FA leistet exzellente Arbeit, die von vielen Vereinen und Verbänden erkannt und geschätzt wird. Und die FA wird sich bemühen, auch diejenigen davon zu überzeugen, die bisher noch nicht mit ihr in Kontakt stehen, dass sie von der Arbeit der Führungs-Akademie in hohem Maße profitieren können.

RED: Im Zuge der 28. Mitgliederversammlung der Führungs-Akademie wurde neben Walter Schneeloch auch Franz Allert (ehem. stv. Vorstandsvorsitzender und Vertreter der Nicht-Olympischen Sportverbände) aus dem Vorstand verabschiedet. Sigrid Berner folgte als Vertreterin der Nicht-Olympischen Sportverbände. Die Position des stv. Vorsitzes übernahm Gabriele Wach, Vertreterin der Landessportbünde. Weiterhin blieben Soenke Lauterbach (Vertreter der Olympischen Spitzenverbände) und Dr. Barbara Oettinger (Vertreterin der Verbände mit besonderen Aufgaben) dem FA-Vorstand erhalten. Wie blicken Sie der zukünftigen Vorstandsarbeit entgegen und haben Sie sich für Ihre neue Aufgabe Ziele gesetzt?

V. Rücker: Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Arbeit mit dem Vorstand. Die meisten kenne ich bereits aufgrund meiner Arbeit an der FA oder aus meiner Tätigkeit mit den Verbänden. Ich bin überzeugt, dass wir ein tatkräftiges und kreatives Team beisammen haben, um einen wertvollen Beitrag zu liefern und die FA in ihrer Arbeit zu begleiten und zu unterstützen.Tatsächlich habe ich mir persönlich noch keine Ziele gesetzt, weil ich mich als Teil dieses Teams verstehe und in der ersten Vorstandssitzung gerne mit den Kolleginnen und Kollegen gemeinsam überlegen möchte, wie wir unsere Arbeit gestalten und unseren Beitrag zur Entwicklung der FA sehen.

RED: Zum Schluss noch eine Frage zu ihrem persönlichen Highlight während Ihrer Zeit beim DOSB. Was fällt Ihnen spontan ein?

V. Rücker: Mein persönliches Highlight waren die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang vergangenes Jahr. Bisher habe ich die Olympischen Spiele als „Tourist“ verfolgt, daher war es nun eine große Ehre, die Winterspiele 2018 und Team Deutschland in meiner Funktion als Vorstandsvorsitzende begleiten zu dürfen.

RED: Vielen Dank für das Interview, wir freuen uns auf die erneute Zusammenarbeit!